in Hattenheim

 Bücher von Hattenheim

      













Gruß an Hattenheim

Am schönsten Strand vom Vater Rhein
da liegt meine Heimat – da liegt Hattenheim.
Und wie könnte es sonst wohl anders sein,
wächst auch hier ein guter, edler Wein.
Da gibt es sicher keine Heimlichkeit,
den trinkt man da zu jeder Zeit.

Kommst abgespannt am Abend Du nach Hause,
entspannst Du Dich – machst erst einmal Pause.
Schenkst ein Gläschen Dir dann ein
mit köstlichem Hattenheimer Wein.
Quäl‘ Dich nicht lange mit der Wahl,
sie sind nämlich alle gut – ganz egal.

Hattenheim – geschnitzt aus gutem Holz
sei auf Deine Geschichte ein bisschen stolz.
Denn wo des Rheines stille Wogen
sind die Römer schon vorbei gezogen.
Obwohl es allen war ganz klar,
dort noch kein Weinstand war.

Sie sonnten sich auf Deinen grünen Auen
und taten nur noch schauen – schauen.
Haben dort kräftig Deinen Wein getrunken
und dem Schiffer auf dem Rhein gewunken.
Zogen nicht nur nach des Stromes Wellen,
auch nach Wiesbaden zu den heißen Quellen.

Hattenheim – wo der Himmel ist so blau
einst warst Du der Königssundergau.
Damit Bestand hatte auch Dein Glück
hast‘ Du erbaut im Norden das Gebück.
Das entstand gewiss zu Deinem Schutze
wenn Du recht einig warst zum Trutze.

Als der Geheimrat Goethe ist vorbei gekommen,
war er von Dir und dem Rhein gleich eingenommen.
Gleich hinterm Schloss in dieser Richtung
begann er mit seiner wunderbaren Dichtung.
Ein Loblied auf den Rhein hat er geschrieben,
am liebsten wär‘ er sicher hier geblieben.

Oh, Hattenheim, man Dich nie vergisst,
auch wenn man Jahre in der Fremde ist.
Schlimm ist Hunger, Durst und alle Pein,
wenn man vermisst den Hattenheimer Wein.
Dann ist es aber noch einmal so schön;
in der Heimat – das Wiedersehen.

Mein geliebtes, schönes, altes Hattenheim
als Kleinod in Deinen Mauern steht allein,
fest gemauert ganz aus massivem Stein,
wohl die Burg derer Herren von Hattenheim.
Sie auch heut‘ noch sehr trutzig steht
obwohl sie allerhand wohl hat erlebt.

Hier gibt die Bevölkerung wahrlich das Beste,
feiert sie doch hier immer feste - ihre Feste.
Auch bei den Wochen der offenen Keller
gibt’s Abwechslung wohl auf jedem Teller.

Da wird sicher geboten wohl das Beste,
drum fühlen wohl sich hier die Gäste.
Ein Hoch dafür gilt drum in diesem Land
Ohne Übertreibung, wohl dem Winzerstand.
Mancher, der erst nicht war erbaut,
hat nachher zu tief ins Glas geschaut.

Hattenheim – tausend Jahre bist Du schon alt,
in dieser Zeit hast gewonnen Du Gestalt.
Und wenn der Herrgott lässt bestehen diese Erden
kannst getrost noch einmal tausend Jahre werden.
Das weiß ich allerdings, in jedem Falle,
schenkst weiter Lebensfreude Du für alle.

Dann werden die einstigen Generationen künden,
in Hattenheim, da wirst Du immer Freude finden.
Ob mit zwanzig oder achtzig Lenzen,
hier findet der Frohsinn keine Grenzen.
Hattenheim – sicher kannst stolz auf Dich sein,
denn nirgendwo kehrt der Frühling früher ein.

Kommt herbei, ihr stillen Zecher
und stoßet an mit eurem Becher.
Trinkt bedächtig unsern edlen Wein,
ein dreimal Hoch - auf Hattenheim.
Da bin ich mit meiner Meinung nicht allein;
es lebe unser vertrautes – Hattenheim.

Zum Millenium von Valentin Statzner, † 2001 Hattenheim