
Die Geschichte vom Neuhof reicht bis 11. Jahrhundert zurück. Das Mainzer Stift St. Johnann gibt ein Lehensgut gegen Zins an das Kloster Eberbach. Zum Lehensgut gehören zwei Höfe, einer in Hallgarten und einer südlich am Leimersbach. In einer Urkunde des Papstes um 1163 wird der Hof südlich des Leimersbaches als Mittelpunkt einer Reihe von Höfen genannt. Ackerbau, Viehzucht und Weinbau wurden zur damaligen Zeit betrieben. Der Koblenzer Kleriker Heinrich Zacho schenkte vier Weinberge (30 Morgen). Die Verwaltung der Weinberge übernahm später das Schloss Reichartshausen. Dieser Mittelpunkt der Wirtschaft nannte man Nuenhoven (Neuhof). Die Flächen Hallgarten, Eberbach bis hinunter zum Rhein gehörten dazu. Im Laufe der Jahre wurden Flächen durch Tausch (Arnold von Wiesbaden), Kauf (Domina Margaretha de Wiesbaden) bzw. Schenkungen/Mitgift etwa (23 Kleinparzellen) dazu gewonnen. Anfang des 12. Jahhundert hatte der Neuhof eine Grösse um 90 Morgen. Mitte des 12. Jahhunderts kam es zur Ablösung aller Zinsen, die auf den erworbenen Flächen lagen.
Um 1500 wuchs der Viehbestandes deutlich an. Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Herrenhaus unter Abt Alberich Kraus (1667 - 1702) von dem Baumeister Giovanno Angelo Barella aus Mainz erbaut. Mitte/Ende des 17. Jahrhunderts wurde das östliche Wirtschaftsgebäude unter Abt Adolph II Werner von Salmünster errichtet. Mitte/Ende des 17. Jahrhundert wurde Abt Hermann Hungrighausen als zweiter Auftraggeber genannt. Dieser errichtete ein achteckiges, zweigeschossiges Taubenhaus. Nach der Säkularisation verwaltete die Herzogliche Naussauische Domänen-Verwaltung den Neuhof. 1806 übernahm die Mennoniten-Familie Peter Spring aus Wasserlos bei Aschaffenburg das Gut. Weitere Gebäude, Scheunen und Ställe wurden gebaut. In den Nachkriegsjahren wurde das Gut von der Familie Destree übernohmen. In den 70er Jahren übernahm dann die Familie Wolf aus dem Rheinland den Betrieb. Die Viehzucht wurde weitgehenst aufgegeben und auf Pferdezucht umgestellt. Der Schwerpunkt liegt heute im Ackerbau. Der Neuhof und seine Anlagen sind sehenswert und einzigartig im Rheigau.
Klöster und Grundherren erhielten bis ins späte 18. Jahrhundert die "Zehntagabe" der Wein- und Getreideernten. Als "Zeterwein" bezeichneten die Winzer den zehnten Teil ihrer mühsam erarbeiteten Weinernte, die sie abgeben mussten.
In Hattenheim findet man in südlicher Richtung den Neuhof.
Weitere Informationen zu Zehnthöfen finden Sie bei der Gesellschaft für Rheingauer Weinkultur mbH, Adam-von-Itzsteinstr. 20, 65375 Oestrich-Winkel - Hallgarten. Hierzu gibt es noch ein tollen Beitrag zu Zehnthöfe im Rheingau: