Rob...English French

 Sehenswürdigkeiten - Kloster Eberbach


Kloster Eberbach

Kurz bevor das waldreiche Kiesselbachtal in weites Wiesengelände und Weinberge übergeht, wurde 1136 durch Bernhard von Clairvaux das Kloster Eberbach mit 12 Mönchen und ebenso vielen Laienbrüder gegründet. Die Mönche gehörten zu den "Zisterzienser Orden". Dieser stellte einen Reformorden dar, der im 11. Jahrhundert aus dem Benediktinerorden hervorging. Zuvor wurde Bernhard von Clairvaux im Jahr 1115 als Abt zur prägenden Gestalt der Ordensgemeinschaft. Das Kloster Eberbach wurde zum 22. Tochterkloster des "Zisterzienser Orden". Nach der Legende soll ein aus dem Wald kommender wilder Eber das Gelände mit seinem Rüssel aufgewühlt und so die Ausmasse des späteren Klosters festgelegt haben. Das Wappen zeigt einen Eber, der die Abteikirche auf dem Rücken trägt. Von Anfang an war das Kloster ein bedeutendes Weinbau-Zentrum. Die Mönche wurden zu Lehrmeistern des Weinbaues im Rheingau. Rund 200 Wirtschaftshöfe, Weinumschlagplätze mit eigenen Schiffen sowie das um 1500 angefertigte "Eberbacher Faß" zeigen diese Entwicklung, die bis heute trotz der 1803 erfolgten Säkularisierung der Abtei fortgesetzt wird. In Eberbach befindet sich die Verwaltung der Hessischen Staatsweingüter, die auch viele kulturelle Veranstaltungen rund um den "Rheingauer-Wein" durchführt. Kloster Eberbach Ebenso finden in der eindrucksvollen romanischen Basilika klassische Konzerte statt. Die Klostergebäude bilden die authentische mittelalterliche Filmkulisse für die Romanverfilmung Umberto Ecos "Der Name der Rose". Die umfangreichen Bauten aus dem 12. bis 14. Jahrhundert gelten als bedeutendstes mittelalterliches Kulturdenkmal Hessens. Der Kapitelsaal, dessen Akustik auch ein Flüstern hörbar macht, entstand im 12. Jahrhundert und wurde durch ein prachtvolles Sterngewölbe im gotischen Stil im 14. Jahrhundert baulich verändert. Das Mitorium (Schlafraum) erhielt 1250 - 1270 seine heutige Form. Eine Treppe führt von hier aus direkt in die Kirche. Ursrünglich standen in dem unbeheizbaren, zweischiffrigen, mit Kreuzrippengewölbe überspannten Raum bis zu 100 Lagerstätten der Mönche nebeneinander. Trotz unterschiedlicher Säulenhöfe, bedingt durch das ansteigende Gelände, zählt er zu den wirkungsvollsten mittelalterlichen Raumschöpfungen in Europa. Vom ersten Refektorium (Speisesaal) der Mönche ist gegenüber der Brunnenschale im Kreuzgang das schlichte romanische Stufenportal von 1186 erhalten. Ein neuer Speisesaal wurde 1720 - 1724 erbaut. Hier finden festliche Weinproben statt. Der reich geschnitzte Eichenholzschrank, mit dem Wappen des Klosters gescmückt, gehört ins 17 Jahrhundert. Vom gotischen Kreuzgang sind Nord- und Westflügel erhalten. Kloster Eberbach Ein Fachwerkaufbau wurde um 1500 als Bibliothek aufgesetzt. Ausserhalb der Klausur, durch die Klostergasse getrennt, liegt der Laientrakt mit dem um 1200 erbauten, 83m langen und damit größten nicht-sakralen Raum des Mittelalters, den sich bis zu 200 Laienbrüder als Schlafsaal teilen mussten. Hier finden heute die grossen Weinversteigerungen, Konzerte und sonstige Veranstaltungen statt. Darunter befindet sich das Laienrefektorium, das von 1500 an bereits als Weinkeller diente. Hier werden heute historische Weinkeltern gezeigt. Der vom Tal heraufkommende Weg führt auf der linken Seite zum Haupteingang des Klosters mit dem barocken Pfortenhaus auf romanischen Untergeschoss. Das Portal wurde 1774 als letztes Bauwerk der Eberbacher Mönche in rotem Sandstein errichtet. Der bekrönende Figurenschmuck zeigt Maria Immaculata, gerahmt von Johannes dem Täufer und Bernhard von Clairvaux. Der Mainzer Rokkoko-Bildhauer Nicolaus Binterim schuf diese Werke.