August Wilhelm Wilhelmj, Jurist und Weingutsbesitzer wurde am 19.06.1813 in Bad Schwalbach geboren und war Sohn von Otto Franz Carl Wilhelmj, ein nassauischer Hofkammerrat (*1772 - † 1839) und Anna Sabina Roth (*1772- † 1834).
Er besuchte das Gymnasium in Weilburg von 1827 - 1832 und studierte Jura in Göttingen und Berlin. 1839 - 1844 Akzessist in Usingen und Königstein und danach Prokurator in Usingen.
1843 heiratete August Wilhelm Wilhelmj in Usingen Charlotte Friederike Emilie Petry (*1820 - †1903), Sängerin und Pianistin. Sie hatten zwei Söhne. Einer der Söhne war der berühmte Violinist August Wilhelmj (* 21. September 1845 in Usingen; † 22. Januar 1908 in London).
Von 1850 - 1866 war er Prokurator am Hofgericht in Wiesbaden, später Oberprokurator.
August Wilhelm Wilhelmj begründete mit Ausnahmegenehmigung um 1850 ein Weinbüro in Wiesbaden und wurde als Steigerer von Spitzenweinen bekannt. Er erzielte 1867 mit Rauenthaler Weinen auf der Pariser Weltausstellung eine große goldene Medaille. Zu den Kunden des Weinhauses August Wilhelm Wilhelmj zählten hinfort zahlreiche Fürstenhäuser in Europa. Er war befreundet mit Richard Wagner, dessen "Beckmesser-Arie" bei ihm während einer Weinprobe entstand.
1872 Verlagerung der Hauptkellerei nach Hattenheim.
1888 gründete August Wilhelm Wilhelmj Aktiengesellschaft. Das Familienunternehmen Wilhelmj übernahm rund 300 Weinberge zur Bewirtschaftung. Diese lagen in den Gemarkungen von Rauenthal, Eltville, Erbach, Hattenheim, Hallgarten, Rüdesheim und Assmannshausen. Darüber hinaus wurden das Fürstlich von Löwenstein-Wertheim'sche Rauenthaler Gut zugekauft sowie 1889 das der Gräfin Luise von Benkendorff gehörige Schloss Reichhartshausen.
Die Kellereien wurden mit repräsentativen Räumen ausgestattet. Kaiser, Könige und der sogar der russische Zar waren dankbaren Abnehmer. Viele Kunden verdankte August Wilhelm Wilhelmj seinem Sohn, dem berühmten Violinist August Wilhelmj. 1890 erreichte die Wilhelmj AG einen Weinbergsbesitz von 36,38 ha in den besten Lagen von Rüdesheim bis Rauenthal.
Noch ab 1890 erfolgte die Umstellung aller Weinberge auf Drahtrahmenerziehung.
Am 01.09.1890 hatte eine Aktie einen Wert von über 1.000 Mark.
Ab Dezember 1895 wurden elf Hektar Weinberg an den Freiherrn von Stumm-Halberg, die Ländereien in Markobrunn an Prinz Albert von Preußen und das Weingut Rauenthal an die Königlich-Preußische Domänenverwaltung verkauft.
Am 15.04.1899 wurde dann die Auflösung der Gesellschaft beschlossen.
August Wilhelm Wilhelmj setzte sich für Wahrheit und Klarheit in der Herkunftsbezeichnung der Weine ein. Seine Studie ist mit wissenschaftlicher Akribie verfasst.
August Wilhelm Wilhelmj verstarb am 18.11.1910 in Hattenheim und wurde in Wiesbaden beerdigt.