August Wilhelmj - ein berühmter deutscher Violinist - wurde am 21. September 1845 in Usingen, als Sohn von August Wilhelm Wilhelmj (*19.06.1813 - †18.11.1910), dem berühmten Weinkönig aus Hattenheim, und Charlotte Friederike Emilie Petry (*1820 - †1903) - Sängerin und Pianistin, geboren.
Die musikalische Begabung wurde August Wilhelmj bereits vom Vater August Wilhelm Wilhelmj, der ein exzellenter Violinist war und von der Mutter, die eine gefeierte Sängerin und Pianistin war, gefördert. Schon sehr früh entwickelte sich sein Talent. Als Sechsjähriger trat er bereits mit seiner Geige in einem Wiesbadener Kursaalkonzert auf.
Nach erstem Unterricht in Wiesbaden studierte August Wilhelmj auf Empfehlung von Franz Liszt bei Ferdinand David, dem wohl bekanntesten Konzertmeister seiner Zeit, am Leipziger Konservatorium. Hier studierte er eine so ungewöhnliche Spieldynamik und entwickelte eine neue Strichart.
Die Familie siedelte 1850 von Usingen nach Wiesbaden über, wo der Vater – bevor er als sach- und fachkundiger Weinhändler in Hattenheim auftrat - Karriere als königlich-preußischer Obergerichtsanwalt machte.
Ab 1864 studierte er die Kompositionslehre bei Joachim Ruf in Frankfurt am Main. Erste Konzertreisen führten ihn 1865 in die Schweiz und die Niederlande, 1866 nach London. In den folgenden zehn Jahren gab er Konzerte in allen europäischen Metropolen. In der Zeit zwischen 1878 und 1882 unternahm er mit großem Erfolg Tourneen durch Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Er stand auf allen Bühne seiner Zeit.
Sein Spiel fiel durch seine kraftvolle Tongebung auf, den er durch häufigen Bogenwechsel erzielte. Hiermit steht er am Anfang der spätromantischen Interpretationsart und erreichte einen den großen Orchestern und Konzertsälen angepassten Ton.
Selbst Richard Wagner bewunderte den Virtuose August Wilhelmj und nannte ihn einen eminent genialer Menschen. Richard Wagner besuchte die Wilhelmjs öfters in Hattenheim und hat – wie es überliefert ist - seine "Beckmesser-Arie" aus den Meistersingern während einer Weinprobe mit dem Oberprokurator in Hattenheim konzipiert. Das Publikum von August Wilhelmj sprach fortan vom Geigerkönig.
Der damals 30-jährige August Wilhelmj wurde von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" als Konzertmeister und Erster Geiger ans Bayreuther Festspielhaus geholt. Er stellte ein Orchester mit 108 Musikern für diese Aufführung zusammen und wurde auf einem Schlage berühmt. Auf weiteren Wagner-Festivals, die August Wilhelmj in der Londoner Royal-Albert-Hall organisierte, etablierten ihn in der gesamten Musikwelt. 4 Jahre lang reiste er durch die Welt.
Ein Beispiel für dieses Bestreben ist die von ihm unter dem Titel Air auf der G-Saite bearbeitete Air aus der Suite BWV 1068 von Johann Sebastian Bach für Violine und Klavier (besonders im englischsprachigen Raum ist die Air seither zumeist als Air on the G String bekannt).
1894 wurde er als Professor für Violine an die Guildhall School of Music nach London berufen, hier verfasste er 1903 mit Kollegen die 12 Hefte umfassende Modern School for the Violin .
Seine Tätigkeit als Herausgeber dokumentiert sich in Ausgaben der klassischen und romantischen Violinliteratur, die er für die Praxis einrichtete.
Am 22. Januar 1908 verstarb August Wilhelmj in London. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden. August Wilhelmj wurde im Familiengrab der Wilhelmjs, in einem Sarg, der die Form einer Geige hatte beigesetzt.
Quelle: Das Internet
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/August_Wilhelmj
Picture History: http://www.picturehistory.com/product/id/19769
Geschichtsverein Usingen: http://www.geschichtsverein-usingen.de/Wilhelmj/wilhelmj.html