Bericht - Stadt verwirklicht Seniorenkonzept


Zum 1. April beginnt die Stadtverwaltung mit der Umsetzung ihres Konzeptes zur Sicherung eines selbständigen Lebens älterer, hilfe- und pflegebedürftiger Menschen. Ein erster Schritt dazu wird in Eltville-Ost unternommen. Dort wird eine Anlaufstelle für ältere Menschen geschaffen, die individuelle Beratung und Begleitung (Fallmanagement) bietet. In der Eltviller Kernstadt leben nach Angaben der Stadtverwaltung 1792 Menschen, die 65 Jahre und älter sind. 712 dieser Menschen sind älter als 75 Jahre. Aufgrund des demo-grafischen Wandels wird der Anteil in der Bevölkerung an älteren und alten Menschen zunehmen. Im Stadtteil Eltville-Ost befinden sich sehr viele Wohnungen, die von älteren Menschen gemietet wurden. Hier leben 558 Menschen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, 250 davon sind älter als 75 Jahre. Fast ein Drittel der alten und älteren Eltviller Bürger leben also in Eltville-Ost. Die Konzentration von alten Mietern in Eltville-Ost hänge auch damit zusammen, dass sich hier die Altenwohnanlage befindet. Im Umfeld der Altenwohnanlage wiederum leben viele Menschen, die die räumliche Nähe der Anlage suchen, weil sie selbst auf einen (späteren) Platz hier hoffen. Da die Mieter über niedrige Einkommen verfügen, beziehen die meisten von ihnen Sozialleistungen wie Grundsicherung und Wohngeld. Für das Antragsverfahren müssen sie bisher das Amt für Soziales der Stadt Eltville aufsuchen, das sich im Rathaus in der Gutenbergstraße (Innenstadt) befindet. Allerdings, so Bürgermeister Kunkel, bereitet es den Senioren oft große Mühe, zwecks ihrer Anliegen diesen Weg auf sich zu nehmen. Die Mitarbeiter bieten in Absprache zwar auch Hausbesuche an, für viele gebe es aber auch hierfür eine Hemmschwelle. Angehörige, die die Betroffenen bei Behördengängen unterstützen, sind oft nicht vorhanden. Dies betrifft sowohl die Mieter der Altenwohnan-lage als auch einen großen Teil der Anwohner in Eltville-Ost. Hilfsbedürftigkeit führt daher nicht im notwendigen Maß zur Inanspruchnahme von Hilfen. Die Möglichkeiten dieser Hilfen sind oft auch gar nicht bekannt. Die individuelle Tendenz zum Rückzug aus sozialen Bezügen und damit hin zur Vereinsamung nimmt zu.

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