Gewissermaßen als musikalische Vorboten kommt die Sächsische Staatskapelle Dresden mit ihrem Chefdirigenten Fabio Luisi am 6. April in den Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses. Neben Wagners „Siegfried-Idyll“ und Mahlers erster Sinfonie gibt es eine zeitgenössische Komposition zu hören: „Balancen“ für Orchester, welche die Komponistin Isabel Mundry im Auftrage des berühmten sächsischen Orchesters geschaffen hat.
Nach knapp dreimonatiger Verschnaufpause starten die Burghofspiele am 20. Juni in ihre eigentliche Saison. In der Markuskirche in Erbach gastiert das Barockensemble „Europa Galante“ mit einem reinen Vivaldi-Programm. Die Sopranistin Marina di Liso steuert mehrere Arien des italienischen Barockmeisters bei. Seit vielen Jahren gehört auch die Valentinus-Kirche im gotischen Weindorf Kiedrich mit ihrer historischen Orgel zu den Spielstätten des Festivals. Am 25. Juni kommt dorthin zunächst das „Ensemble Amarcord“, ehemalige Mitglieder des Leipziger Thomanerchores, die sich auf a-cappella-Gesang spezialisiert haben. „Orgelwerke aus drei Jahrhunderten“ sind schließlich beim Konzert mit dem Organisten Christian Schmitt am 30. Juli zu hören.
Lohnend ist wieder der Blick auf die Reihe der Orchesterkonzerte im Thiersch-Saal. Am 16. Juli gastiert dort zunächst das „Orchestre National de Belgique“. Smetana („Die Moldau“), Mozarts Klavierkonzert KV 466 (mit Stefan Vladar als Solisten) sowie Brahms’ vierte Sinfonie bilden ein konventionelles Programm auf hohem Niveau. Mit der Dresdner Philharmonie kommt am 2. August das zweite sächsische Orchester nach Wiesbaden. Das von Rafael Frühbeck de Burgos geleitete Ensemble stellt sich mit der Ouvertüre zu Webers „Oberon“ sowie Beethovens siebter Sinfonie vor. Viviane Hagner wird sich als Solistin des Abends bei Bruchs Violinkonzert profilieren können. Das Königliche Concertgebouw-Orchester Amsterdam hat bei seinem Gastspiel am 3. September Werke von Debussy („La Mer“), Poulenc (Orgel-Pauken-Konzert) sowie Mussorgsky („Bilder einer Ausstellung“) im Gepäck. Ein alter Festivalbekannter gastiert diesmal am 29. Juni im Thiersch-Saal: Der Pianist Grigory Sokolov interpretiert zwei Mozart-Sonaten sowie Chopins „Préludes“. Mit Nikolai Tokarew gastiert am 13. August ein weiterer Pianist beim Festival. Der junge Künstler stellt sich unter anderem mit interessanten Liszt-Transkriptionen von Liedern Franz Schuberts vor. Weitere Eckpunkte im Festivalprogramm dürften das Gastspiel der Regensburger Domspatzen (am 26. Juli in St. Peter und Paul, Eltville) sowie die „Virtuosen- Gala“ in der Erbacher Johanneskirche sein. Dort treten am 9. Juli Marie-Pierre Langlamet (Harfe) und der Flötist Michel Moraguès mit einem breiten Programm auf.
Schauspiel und Literatur sind von der namensgebenden Kurfürstlichen Burg Eltville in den Langwerther Hof (ebenfalls in der Altstadt) umgezogen. Dort hat am 2. August Shakespeares „Romeo und Julia“ in der traditionellen „Eigeninszenierung“ Premiere. Bis 31. August ist die Geschichte des berühmtesten Liebespaares der Welt zu erleben. Zwischendurch sorgen Matinéen – etwa die Lesung am 24. August aus Eichendorffs „Leben eines Taugenichts“ – für Buntes im Programm. Nicht zu vergessen die Freiluftveranstaltungen im Park der Bundesbank in Eltville. Am 15. August gastiert dort das „Septeto Santiaguero“ mit kubanischen Rhythmen. Das Trompetenensemble Joachim Schäfer stellt am Abend darauf „Musik am Sächsischen Königshof“ vor. Mit dem „Swing Dance Orchestra“ und amerikanischen Melodien klingt das Open-Air-Wochenende am 17. August aus. (Ge)
Rheingau-Sommer (ehemals Burghofspiele Eltville), verschiedene Spielstätten, 6. April bis 3. September. Infos und Karten unter Telefon (06123) 90 71 71. Internet http://www.burghofspiele.de>
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