Das Rheingau Musik Festival präsentiert auch in der 21. Saison wieder herausragende Konzertereignisse von der ernsten Musik bis zur anspruchsvollen Unterhaltung durch nahezu alle Epochen, Gattungen und Genres. Namhafte wie entdeckenswerte Künstler machen ebenso wie thematische Programmschwerpunkte den musikalischen und künstlerischen Reiz des Festivals aus. Im kommenden Sommer finden 154 Konzerte an 49 Spielstätten – Konzertsäle, Schlösser, reizvolle Kirchen, Klöster und Basiliken, traditionsreiche Weingüter – und unter freiem Himmel statt.
Frühjahrskonzerte
Bereits im Frühjahr 2008 lädt das Rheingau Musik Festival zu zwei hochkarätigen Konzerten: Die gefeierte amerikanische Sopranistin Jessye Norman gab am 26. Februar 2008 einen Liederabend in der Alten Oper Frankfurt. Mit einer großen Jazz-Gala feierte Paul Kuhn am 12. März 2008 seinen 80. Geburtstag im Kurhaus Wiesbaden.
Eröffnungs- und Abschlusskonzert
Eröffnet wird das 21. Rheingau Musik Festival am 28. Juni (Eröffnungskonzert I) und 29. Juni (Eröffnungskonzert II) mit Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 G-Dur für Sopran, Solovioline und Orchester. Mit diesem Konzert setzt das hr-Sinfonieorchester unter Chefdirigent Paavo Järvi den im Eröffnungskonzert 2007 begonnenen Zyklus fort, der bis 2011 die eindrucksvollsten Sinfonien Gustav Mahlers präsentieren wird. Die international gefragte Sopranistin Genia Kühmeier übernimmt die Gesangspartie. hr2-kultur überträgt das Konzert am Samstag, dem 28. Juni, live um 20.05 Uhr. Das hr-fernsehen zeigt eine Aufzeichnung des Konzerts am Sonntag, dem 29. Juni, um 20.15 Uhr, 3sat am Samstag, dem 5. Juli, um 20.15 Uhr.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Abschlusskonzertes in der Basilika von Kloster Eberbach steht Franz Schuberts Messe in As-Dur und der „Gesang der Geister über den Wassern“. Helmuth Rilling leitet den Festivalchor und das Festivalorchester des Europäischen Musikfests Stuttgart.
Themenschwerpunkte
Die Themenschwerpunkte „2008 – Haydn – 2009“, „Das himmlische Leben“ und „à trois – a tre – zu dritt“ begleiten das Publikum durch den Sommer 2008. Die Reihe „Das sinfonische Werk“ mit den Sinfonien von Anton Bruckner und Franz Schubert wird fortgesetzt. Das diesjährige Komponistenporträt ist mit zwei Konzerten dem japanischen Komponisten Toshio Hosokawa gewidmet (28. und 29.8.).
Gesangssolisten
Neben Jessye Norman, Vesselina Kasarova, Dagmar Pecková, Christine Schäfer, Genia Kühmeier, Diana Damrau und Nicole Cabell stehen Roman Trekel, Christian Elsner, Franz Vitzthum und Jochen Kowalski im Mittelpunkt der Vokalmusik.
Bei ihrem RMF-Debüt wird die bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova in einige berühmte Händel\'sche „Hosenrollen“ schlüpfen und dabei die gesamte Bandbreite ihrer stimmlichen Fähigkeiten demonstrieren (27.8.). Die deutsche Sopranistin Christine Schäfer bringt Arien von Purcell und Pergolesi mit in den Rheingau (10.7.). Dagmar Pecková wird bei Gustav Mahlers „Kindertotenliedern“ vom WDR Sinfonieorchester Köln und Eliahu Inbal begleitet (4.7.). Die amerikanische Sopranistin Nicole Cabell ist am 7. August zum ersten Mal beim RMF zu erleben. Der neue Star am Himmel der lyrischen Stimmen interpretiert mit dem amerikanischen Tenor Gaston Rivero anlässlich des 150. Geburtstages von Giacomo Puccini die schönsten Arien und Duette aus seinen Opern. Der Bariton Roman Trekel hat für sein erstes RMF-Gastspiel ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt mit Liedern von Gustav Mahler, Johannes Brahms, Viktor Ullmann und Frank Martin. Ihm zur Seite steht einer der profiliertesten Begleiter unserer Tage: Hartmut Höll (2.8.). Mit Christian Elsner präsentiert das Rheingau Musik Festival einen der herausragenden Liedinterpreten unserer Zeit. Gemeinsam mit dem Dresdner Streichquartett führt er Schuberts „Winterreise“ in einer Bearbeitung für Streichquartett und Singstimme auf (15.7.). Der Countertenor Franz Vitzthum wird gemeinsam mit dem Lautenisten Julian Behr am 9.7. in der Kiedricher St. Valentinus Kirche Werke von Johann Hildebrand, John Dowland, Gilles Binchois, Arnolt Schlick und Giovanni Sances zu Gehör bringen. Der Countertenor Jochen Kowalski pflegt neben der Alten Musik eine ebenso große Vorliebe für die Swing-Klassiker der 1930er und 1940er Jahre. Mit dem Berliner Capital Dance Orchestra interpretiert er die Songs der Tanzcafés und Bars jener extravaganten Zeit am 15.8. im Kurhaus Wiesbaden.
Instrumentalsolisten
Zu den international anerkannten Instrumentalsolisten des kommenden Festivalprogramms zählen die Pianisten Alfred Brendel (14.8.), Jean-Yves Thibaudet (8.7.), Arcadi Volodos (22.8.), Rudolf Buchbinder (12. und 13.7.), Alfredo Perl (21.8.), Christian Zacharias (17.7. und 29.8.), Konstantin Lifschitz (19.7.), Ragna Schirmer (20.7.), Paul Lewis (9.8.), Howard Shelley (16. und 17.8.) sowie das Klavierduo GrauSchumacher (6.8.). Außerdem werden die Geigerinnen und Geiger Baiba Skride (17.7.), Vadim Repin (25.7.), Renaud Capuçon (9.7.), Frank Peter Zimmermann (20.8. und 29.8.), Gidon Kremer (23.8.), Leonidas Kavakos (3.7.), Antje Weithaas (11.7.), Giuliano Carmignola (30.7.), Sasha Rozhdestvensky (8.8.) sowie die Cellistinnen und Cellisten Heinrich Schiff (20.8. und 29.8.), Sol Gabetta (17.7., 8.8.) und Danjulo Ishizaka (11.7.) erwartet. Die Oboisten Albrecht Mayer (20.7.) und Ramón Ortega Quero (31.7.), der Klarinettist Martin Fröst (10.8.), die Trompeter Ludwig Güttler (1.7.) und Håkan Hardenberger (7.8.), die Blockflötisten und Blockflötistinnen Maurice Steger (8.8.) und Dorothee Oberlinger (7.8.) sowie die Hornistin Marie Luise Neunecker (11.7.) sind ebenfalls im Sommer zu Gast im Rheingau.
Kammermusik
Für kammermusikalische Höhepunkte sorgen herausragende Ensembles wie das Arditti Quartet (28.8.), das Hagen Quartett (27.8.) oder das Arcanto Quartett (26.8.), das sich aus den Musikern Antje Weithaas, Daniel Sepec, Tabea Zimmermann und Jean-Guihen Queyras zusammensetzt. Das Chilingirian Quartet stellt in zwei Konzerten Streichquartette von Haydn den sogenannten Haydn-Quartetten von Mozart gegenüber (26.7.). In der Kammermusik beschäftigt sich die Reihe „à trois – a tre – zu dritt“ mit den vielfältigen Möglichkeiten der Triobesetzung; von dem Konzert „3+3+3=9“ mit Solisten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (8.7.) über Trios, die sich aus verschiedenen Solisten zusammensetzen wie das Trio mit Frank Peter Zimmermann – Heinrich Schiff und Christian Zacharias (29.8.) oder mit Antje Weithaas – Marie Luise Neunecker und Silke Avenhaus (11.7.) und dem Trio aus der Klarinettistin Sabine Meyer, ihrem Neffen dem Cellisten Mischa Meyer und dem jungen Pianisten Martin Helmchen (28.8.) bis zu Triobesetzungen wie dem PLAYel-Trio St. Petersburg (3.8.), dem Trio Wanderer (19.8.) und dem Beaux Arts Trio (26.8.), das auf seiner Abschiedstournee Station im Rheingau macht.
Im Bereich der Klaviermusik setzen wir in diesem Jahr drei Akzente: Rudolf Buchbinder beginnt einen Zyklus mit den Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven (12.7.), Christian Zacharias und Marie-Luise Hinrichs widmen sich in ihren Recitals Claude Debussys Preludes (16. und 17.7.), und Konstantin Lifschitz setzt seine Reihe mit dem Klavierwerk von Johann Sebastian Bach mit einer Auswahl der Englischen Suiten fort (19.7.).
Mehrere musikalisch-literarische Abende stehen in diesem Sommer auf dem Programm: Die Schauspielerin Julia Stemberger liest Auszüge aus Ludwig Tiecks „Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von Provence“, musikalisch umrahmt von dem Bariton Konrad Jarnot und Hartmut Höll am Klavier (1.7.). Thekla Carola Wied rezitiert unter dem Titel „Adieu, mein Kind“ Briefe berühmter Persönlichkeiten an ihre Kinder, musikalisch begleitet vom Duo Leccornia (19.7.). „Ich möchte lachen vor Todesschmerz“ heißt der Abend von Dominique Horwitz und der Pianistin Ragna Schirmer über die Liebes- und Leidensgeschichte von Clara und Robert Schumann (20.7.). Das Leben der Alma Mahler steht im Mittelpunkt der Veranstaltung „Alma Mahler – Femme Fatale“ mit Angela Winkler als Alma Mahler, der Sopranistin Chen Reiss, dem Bariton Ivan Paley und Stephan Matthias Lademann am Klavier (24.7.). Der Schriftsteller Wolf Wondratschek hat über ein Violoncello einen Bestsellerroman geschrieben. Es ist die Lebensgeschichte des legendären Violoncellos „Mara“ von Antonio Stradivari. Heinrich Schiff ist im Besitz dieses Instrumentes. Wolf Wondratschek und Heinrich Schiff widmen diesem Roman und diesem Instrument einen musikalisch-literarischen Abend im Fürst-von-Metternich-Saal auf Schloss Johannisberg (5.8.).
Orchesterkonzerte
Die Reihe „Das sinfonische Werk“ wird auch in diesem Sommer fortgesetzt. Das WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Eliahu Inbal führt Anton Bruckners 2. Sinfonie auf. Die Mezzosopranistin Dagmar Pecková singt in diesem Konzert Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“ (4.7.).
Die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie und ihr Chefdirigent Jonathan Nott bringen die 2. Sinfonie von Franz Schubert mit in den Rheingau. Als Solist spielt Vadim Repin Mendelssohns e-Moll-Violinkonzert (25.7.).
Für große sinfonische Konzerterlebnisse sorgen darüber hinaus das New York Philharmonic unter Lorin Maazel (30.8.), das Budapest Festival Orchester mit dem Geiger Leonidas Kavakos unter der Leitung von Iván Fischer (3.7.), das Sinfonieorchester Göteborg mit dem Klarinettisten Martin Fröst und dem Shootingstar Gustavo Dudamel (10.8.), das Kirov Orchester des Mariinskij Theaters St. Petersburg unter Valerij Gergiev (8.8.), das Oslo Philharmonic Orchestra mit dem Pianisten Arcadi Volodos und Jukka-Pekka Saraste (22.8.) oder das BBC Symphony Orchestra mit dem Pianisten Jean-Yves Thibaudet unter der Leitung von Jirí Belohlávek (8.7.) sowie das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter der Leitung von Sylvain Cambreling (6.7.). Dieses Konzert verspricht ein besonderes Ereignis zu werden, denn anlässlich des 100. Geburtstags des französischen Klangzauberers Olivier Messiaen steht seine beeindruckende „Turangalîla-Symphonie“ auf dem Programm. Krzysztof Penderecki, der am 23. November seinen 75. Geburtstag feiern wird, kommt im Sommer wieder in den Rheingau und führt mit der Sinfonietta Cracovia und dem Cellisten Danjulo Ishizaka Pendereckis Violakonzert in der Fassung für Cello und Orchester auf. Unter anderem erklingt auch ein Ausschnitt aus den „Seven Gates of Jerusalem\" (11.7.).
Chorwerke
Höhepunkte im Bereich der Chormusik werden die Aufführung von Ludwig van Beethovens einzigem Oratorium „Christus am Ölberge“ mit der Cappella Amsterdam und dem Orchester moderntimes 1800 (17.8.), Händels und Vivaldis „Dixit Dominus“ mit dem KammerChor Saarbrücken und Le Concert Lorrain (28.8.) sowie Virgilio Mazzocchis „Marienvesper“ mit Cantus Cölln und Konrad Junghänel (15.8.) sein. Der Windsbacher Knabenchor mit seinem künstlerischen Leiter Karl-Friedrich Beringer kommt in diesem Jahr zweimal zum RMF, einmal im Sommer (18.7.) mit einem A-cappella-Programm und zur Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium am 17. Dezember. Das Immortal-Bach-Ensembles singt A-cappella-Werke von Messiaen, Mendelssohn, Schütz, Bach und Mahler. Dr. Heiner Geißler verbindet als Rezitator die musikalischen Werke mit Gedanken zu Tod, Auferstehung und dem Leben danach (24.7.). Franz Liszt beschreibt in seinem dreiteiligen Oratorium „Christus“ den ganzen Lebens- und Leidensweg Jesu Christi. Der Tschechische Philharmonische Chor Brno und das Philharmonische Orchester Brno führen dieses Werk mit einem Solistenensemble unter der Leitung von Leos Svarovsky in der Basilika von Kloster Eberbach auf (22.8.).
Alte Musik
In den letzten Jahren haben die Alte Musik und die historische Aufführungspraxis beim Rheingau Musik Festival zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das Clemencic Consort, eines der seit Jahrzehnten bedeutendsten Spezialensembles für Alte Musik, singt und spielt Marien-Kompositionen des spanischen Königs Alfonso el Sabio aus dem 13. Jahrhundert (25.7.). Außerdem wird das Clemencic Consort zu einem Weihnachtskonzert in den Rheingau zurückkehren (7.12.). Das Ensemble I Fagiolini präsentiert ein Monteverdi-Programm (10.7.). Der Blockflötist Maurice Steger und die Cellistin Sol Gabetta, begleitet vom Kammerorchester Basel, spielen Konzerte von Georg Friedrich Telemann und Antonio Vivaldi. Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger und die Sonatori de la Gioiosa Marca beleuchten Antonio Vivaldis musikalische Naturschilderungen (7.8.).
Nachwuchsförderung
Die Förderung des musikalischen Nachwuchses liegt dem Rheingau Musik Festival seit jeher sehr am Herzen. Neben den Veranstaltungen „Klassik-Marathon“ (16.8.) und „Treffpunkt Jugend“ (17.8.) präsentiert das Festival in der Reihe „Junge Virtuosen“ den Schweizer Cellisten Christian Poltéra (9.7.), die russische Pianistin Anna Vinnitskaya (13.8.), den Gitarristen Joscho Stephan (25.7.) sowie junge Meisterpianisten der russischen Schule (3.8.).
Nicht nur die Förderung des musikalischen Nachwuchses, sondern auch die Heranführung junger Menschen an die Musik ist dem RMF sehr wichtig. Zu den beiden jährlichen Kinderkonzerten auf Schloss Johannisberg (20.7., 24.8.) tritt 2008 eine ganze Konzertreihe eigens für die jüngeren Zuhörer im Gelben Saal der Kurfürstlichen Burg in Eltville hinzu (13.7., 3.8., 10.8. und 24.8.).
Jazz und gehobene Unterhaltungsmusik
Höhepunkte im Jazz-Bereich sind in diesem Sommer wieder die Konzerte im Wiesbadener Kurpark mit Omara Portuondo (1.8.) oder Maceo Parker (31.7.), die „Friday Night in J’berg“ mit John McLaughlin (4.7.), die Abende mit Juliette Gréco (1.8.) und Abdullah Ibrahim (12.7.), Holly Cole (23.7.), Cristina Branco (9.8.), die Jazz-Gala mit Nils Landgren & friends in der Phönix-Halle Mainz (15.8.) sowie die legendäre „Ladies’ Night“ auf die Seebühne von Schloss Vollrads mit Ida Sand und Fredrika Stahl (19.7.).
Themenschwerpunkte: 2008 – Haydn – 2009
Im Jubel um den 250. Geburtstag Wolfgang Amadeus Mozarts hat man einen fast vergessen: Joseph Haydn. Dabei war er es doch, der in so manch einer musikalischen Gattung Vorreiter und nicht zuletzt auch Vorbild für den zweiten großen Vertreter der Wiener Klassik, Wolfgang Amadeus Mozart, war. Ohne ihn gäbe es vielleicht keine Streichquartette und möglicherweise hätten Sinfonien ebenfalls nicht die Qualität, die wir heute hören können. Das Œuvre, das Haydn hinterlassen hat, ist für seine Zeitgenossen wie Nachkommen richtungweisend gewesen und heute so gewaltig wie damals: Allein 108 Sinfonien brachte er zu Papier, 83 Streichquartette, 24 Opern, 52 Klaviersonaten, Solokonzerte, Messen, Oratorien und vieles mehr. Es versteht sich von selbst, dass eine einzige Festivalsaison nicht ausreicht, Haydns Schaffen, ihm gerecht werdend, zu Gehör zu bringen. Das hat sich auch das Rheingau Musik Festival gedacht und beginnt seine Feierlichkeiten im Angedenken an Joseph Haydns 200. Todestag im Jahr 2009 bereits in diesem Sommer. Im Mittelpunkt stehen 2008 dabei drei wichtige Jahre in Haydns kompositorischem Leben, die sich vor allem für die Sinfonie und das Streichquartett als äußerst produktiv erwiesen haben: 1785 bis 1787 erhielt Haydn seinen ersten wirklich bedeutenden Auftrag, für eine öffentliche Konzertinstitution Sinfonien zu schreiben. Aus Paris von der Loge Olympique kam die Order nach sechs „Grandes Symphonies“, die es Haydn erstmals erlaubte, eine ganze Sinfonienreihe zu gestalten, die nicht allein für den abgeschlossenen höfischen Rahmen bestimmt sein sollte, sondern einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde. Entsprechend legte er sich ins Zeug und schuf mit den so genannten „Pariser Sinfonien“ innerhalb seines sinfonischen Werks einen ersten zyklischen Höhepunkt. Das Rheingau Musik Festival stellt die „Pariser Sinfonien“ in den Mittelpunkt der Haydn gewidmeten Konzerte 2008 und spiegelt diese mit dem Streichquartettschaffen der gleichen Zeit, denn wie in der Sinfonie ging Haydn auch auf diesem Gebiet in jener Zeit einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft.
Konzerte
18.7. und 19.7. Mozart-Nacht
26.7. und 27.7. Haydn & Mozart: Streichquartette
16.8. und 17.8. Haydn: Pariser Sinfonien
Das himmlische Leben
Engelsmusik – himmlische Töne – Sphärenklänge. Etwas Überirdisches muss manche Musik wohl ausstrahlen, denn nur zu gerne wird sie im wahrsten Sinne in den Himmel gehoben. Kein Wunder, denn es ist doch die Musik – das ist unbestritten – auf besondere Weise in der Lage, das Unfassbare auszudrücken und das Unbeschreibliche dem Gefühl zugänglich zu machen. Und unfassbar ist alles, was sich fernab des irdischen Lebens im Himmel abspielt. Vollkommen der Imagination und dem guten Glauben muss es überlassen bleiben, was sich dort oben tut. Ob es nun Götter sind, die in himmlischen Lüften residieren, die göttliche Dreifaltigkeit des christlichen Glaubens oder die bloßen Planetenbewegungen, die aber möglicherweise unser Leben auf Erden auch zu beeinflussen in der Lage sind: Dem menschlichen Auge und unserer Erfahrungswelt bleibt das
Treiben über den Wolken weitestgehend verborgen. So musste durch die Jahrhunderte hinweg die Musik als Sinneskunst herhalten, diese Vorstellungen vom „himmlischen Leben“ ein Stück weit konkreter wenigstens vor den Ohren entstehen zu lassen. Das Rheingau Musik Festival hat sich vorgenommen, in einer ganzen Reihe von Konzerten, den Himmelsphänomenen nachzuspüren. Motto gebend ist dabei der vierte Satz aus Gustav Mahlers vierter Sinfonie mit dem Titel „Das himmlische Leben“, in dem im Vergleich zwischen Himmel und Erde zumindest eines als Fazit gezogen wird: „Kein’ Musik ist ja nicht auf Erden, die unsrer verglichen kann werden.“ Wer weiß, vielleicht gibt es die himmlischen Musikerlebnisse diesen Sommer ja doch ...
Konzerte
28. und 29.6. Eröffnungskonzerte
24.7. „Auferstehung“
25.7. Las Cantigas de Santa Maria
10.8. Schauplatz: Unterwelt
13.8. The Hilliard Ensemble
17.8. Jupiter, Venus, Mars und die Musik
21.8. Amor – Sinnlichkeit und Spiritualität – Maria
22.8. Liszt: Christus
à trois – a tre – zu dritt
Die Dreifaltigkeit – ein Tryptichon – eine Trilogie. Immer wenn drei Dinge aufeinander treffen, scheint es sich um eine ganz besondere Einheit zu handeln: Aller guten Dinge sind drei! Die Drei – welche Zahl neben ihr hätte ähnliche Symbolkraft? Nicht nur im christlichen Abendland ist sie in beinahe allen Lebensbereichen eine äußerst wichtige und bedeutsame Zahl, der ein Höchstmaß an Einheit stiftender Wirkung beigemessen wird. Da ist die Musik selbstverständlich nicht ausgenommen. Das seit mehreren hundert Jahren der abendländischen Musik zugrunde liegende Tonsystem aus Dur und Moll wäre ohne die Terz – der Dreischritt unter den Intervallen – und dem daraus gebildeten Dreiklang nicht denkbar. Und auch in der Besetzung besonders von Kammermusik-werken ist die Zahl drei von großer Bedeutung. Allen voran hat die barocke Triosonate für lange Zeit die Kammermusik dominiert. Das Klaviertrio mit Klavier, Violine und Violoncello ist seit der Klassik und Romantik aus den Konzertsälen nicht mehr wegzudenken. Aber noch längst ist das Thema Trio dabei nicht erschöpft. Ob drei Streicher, drei Bläser, beides zusammen oder Klavier plus x und y – alles ist erlaubt. In einer besonderen Auswahl von Kammerkonzerten unter dem Motto „à trois – a tre – zu dritt“ spürt das Rheingau Musik Festival der großen Vielfalt nach, die drei gemeinsam musizierende Instrumente zu bieten haben.
Konzerte
8.7. 3+3+3=9 – Solisten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen
11.7. Antje Weithaas – Marie Luise Neunecker – Silke Avenhaus
3.8. PLAYel-Trio St. Petersburg
19.8. Trio Wanderer
22.8. Eckart Haupt – Peter Mirring – Christina Haupt
25.8. Sabine Meyer – Mischa Meyer – Martin Helmchen
26.8. Beaux Arts Trio
29.8. Frank Peter Zimmermann – Heinrich Schiff – Christian Zacharias.
Ticket- und Infoline: (01805)743464 montags bis freitags von 9.30 bis 17.00 Uhr. www.rheingau-musik-festival.de
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de