Schon von den Rheinschiffen aus sieht man den überdimensionierten Schriftzug Matheus Müller am Eltviller Rheinufer. Der Gründer der Sektkellerei machte die Sektmarke in ganz Deutschland bekannt. So wie Asbach zu Rüdesheim gehört, gehört MM zu Eltville. 1811 bereits erwarb Matheus Müller den damaligen Freiherrlich von Sohlern´schen Hof in Eltville, anfangs noch als Sitz seiner Weinhandlung. Zu Beginn der 30er Jahre gelangen ihm die ersten Sekt-Cuvées. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es die unverwechselbaren Etiketten mit den Initialen des Gründers. 1894 wurde die Marke Müller Extra beim Kaiserlichen Patentamt eingetragen. Sie erlangte weltweite Bekanntheit und machten Eltville endgültig zur Sektstadt.
2002 hat die Rotkäppchen Sektkellerei MM und das Sektunternehmen G.H. von Mumm und Co mit Sitz in Hochheim vom kanadischen Spirituosenunternehmen Seagram gekauft. Auch die Wurzeln von Mumm reichen bis 1827 zurück, als die deutschen Brüder Gottlieb, Jacobus und Philipp Mumm in Reims ihre Campagnerkellerei gründeten. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mussten sie Frankreich verlassen und kehrten nach Deutschland zurück. Mit dem Kauf der Superior-Sektmarke Geldermann mit Sitz in Breisach 2003 komplettierte Rotkäppchen sein \"Haus aus Sekt\". Der Marktführer in der einstigen DDR war nun auch führendes Sektunternehmen im Westen.
Als man schließlich 2006 die Firma Kloss & Foerster erwarb, die in der Rüdesheimer Sektkellerei Ohlig produzierte, \"kam nach 150 Jahren wieder zusammen, was zusammengehörte\", so die Rotkäppchen-Firmenchronik. Die Ursprünge von Rotkäppchen gehen nämlich auf die Brüder Kloss und deren Freund Foerster zurück, die mit der Sektproduktion 1856 am heutigen Stammsitz Freyburg an der Unstrut begannen. Ab 1894 wurde der Sekt wegen der roten Kappe als Rotkäppchen-Sekt vermarktet.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Firma enteignet und in der DDR zum volkseigenen Betrieb. Günther Kloss ging in den Westen. Nach der Maueröffnung stand der Sinn der DDR-Bürger jedoch nicht mehr nach dem Eigengewächs, West-Marken waren \"in\". Viele Mitarbeiter mussten entlassen werden, die Firma wurde von der Treuhand übernommen. 1993 kauften fünf ehemalige leitende Mitarbeiter das Unternehmen, weiterer Gesellschafter war die Familie Harald Eckes-Chantré.
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