Landrat Burkhard Albers (SPD) hat sich beim ambulanten Bereitschaftsdienst der Rheingauer Ärzte bedankt, die in den vergangenen Jahrzehnten die Notfallversorgung unterstützt haben. Er betonte dabei, dass es aufgrund gesetzlicher Vorgaben erforderlich sei, den ärztlichen Bereitschaftsdienst und den Rettungsdienst zu trennen. Die Notdienstgemeinschaft Rheingau habe diesen Schritt dennoch bedauert, habe man doch in der Vergangenheit umfangreiche Maßnahmen zum Erhalt dieses Systems getroffen. Albers stellte klar, dass zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der fachlichen Qualifikation und der Leistungsfähigkeit des Bereitschaftsdienstes der Rheingauer Ärzteschaft bestanden hätten. Er bedauert, dass es bisher versäumt wurde, die Rheingauer Ärzteschaft über die Ergebnisse der vom Kreis in Auftrag gegebenen Studie zu informieren.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst im Rheingau werde sich ab 1. Januar wieder ausschließlich der ambulanten Versorgung von Patienten außerhalb der Sprechstunden (nachts, mittwochnachmittags, an Wochenenden und an Feiertagen) widmen. Bisher ist er auch bei Notarzt-Einsätzen eingesprungen.
Stadt profitiert
Grundlage der Entscheidung sei ein Gutachten, das die Verteilung und Anzahl der Notarztstandorte im Rheingau-Taunus-Kreis untersucht habe. Eine Reduzierung oder Verlegung von bisher bestehenden Notarztsystemen sei nicht sinnvoll, darüber sei mit den Krankenkassen Einigkeit erzielt worden. Laut Gutachten profitiere besonders die Stadt Eltville von einer intensiveren Notarztanbindung.
\"Dabei wurde berücksichtigt, dass die notärztliche Versorgung im Rheingau bisher durch ein 24 Stunden-Notarztfahrzeug sowie der Unterstützung durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung in Winkel sichergestellt war\", erklärte Albers. Das überproportionale Notarztaufkommen in Eltville mache es aber notwendig, die beiden bisher an einem Standort vorgehaltenen Notarztsysteme zu trennen und das, auch in der Vergangenheit nur zu Stoßzeiten besetzte Notarztfahrzeug nach Eltville zu verlegen.
Das Notarztfahrzeug wird künftig montags bis freitags von 17 bis 24 Uhr und samstags, sonn- und feiertags von 9 bis 10 Uhr einsatzbereit sein. Die Stationierung erfolge zunächst für die Dauer von einem Jahr, berichtet der Landrat.
Die Einsatzbereitschaft des Notarztes ab 17 Uhr (gegenüber 20 Uhr bei der Notarztzentrale) sichere zusätzlich das erhöhte Einsatzaufkommen ab, das zum Teil auch dadurch entstehe, dass viele hausärztliche Praxen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erreichbar seien.
Wie berichtet, kritisiert sowohl Horst Korte von der Krankenhausinitiative Eltville wie die CDU, dass mit der Neuregelung eine Verschlechterung für die Rheingauer eintrete. Bisher hätten die beiden in Winkel stationierten Einsatzfahrzeuge insgesamt 110 Stunden zur Verfügung gestanden, künftig seien es nur noch 67 Stunden.
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