Bericht - Eltviller Künstlerin


\"So lange ich denken kann male ich schon\", sagt Müller-Hiltmann. Zunächst übte sie sich in Buntstift-, Bleistift- und Wasserfarbzeichnungen. Als Schülerin favorisierte sie pastöse Farbe. \"Ich mischte Wasserfarben experimentierfreudig mit Deckweiß\" erinnert sich die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin. Kurz vor dem Abitur habe ihr einen Lehrerin zur Ölfarbe geraten. Und das war genau der richtige Tipp, findet die Künstlerin. \"Die Ölmalerei und ich, da ist eine wunderbare Freundschaft entstanden. Diese Farben sind genau das richtige Medium für mich.\" Gerne malt die gebürtige Oestricherin großformatig. Dabei konzentriert sie sich auf nur wenige Bilder im Jahr. Daher bedeute ihre Malerei eine \"Reduzierung auf das Wesentliche.\" Dabei beleuchtet die Künstlerin vorwiegend sozialkritische Themen. Es entstanden Darstellungen, die das Leben im Kosovo, Bangladesch und Afghanistan zeigen. Der Mensch steht bei ihren Arbeiten im Vordergrund. \"Jedes einzelne Bild bewegt mich tief\" beschreibt Müller-Hiltmann. Ob Menschen bei der Arbeit, alte Menschen, arme Menschen, leidende Menschen oder Menschen in Not. \"Das lässt in mir eine Saite erklingen, die ich auf die Leinwand bringen muss, auch wenn mein Umfeld manchmal ein wenig erschüttert ist über die Wahl der Motive\" sagt die Eltvillerin und setzt nach: \"Aber gerade diese Erschütterung darf nicht ungemalt bleiben.\" Die Künstlerin malt nach Gedächtnisstützen, was beispielsweise Fotos oder Kalenderblätter sein können. \"Ich male realistisch\" sagt Müller-Hiltmann. Ihre impressionistischen Darstellungen zeigen Momentaufnahmen aus einem idyllischen Dorfleben, einer verschneiten Winterlandschaft oder von einem Sämann auf dem Feld. Ihre Werke entstehen spontan. \"Ich möchte einfach darstellen was mich bewegt\" sagt sie, \"ich Kunstlicht mache mir da nicht so viele Gedanken.\" Die Themen für ihre Bilder braucht die Künstlerin nicht lange suchen, sie nimmt ihre Umwelt intensiv wahr und findet Anregungen intuitiv und überall in ihrem Alltagsleben. Im Erker des heimischen Wohnzimmers verleiht die Künstlerin ihren Gedanken Farbe. \"Ich liebe es, den Spachtel in die Farbe einzutauchen und diese großzügig auf der Leinwand zu verteilen\" schwärmt Müller-Hiltmann. \"Mit pastöser Farbe dick bedeckt entsteht eine plastische Wirkung, deren Dreidimensionalität fasziniert.\" Schicht für Schicht entsteht so eine Landschaft. \"Portraits hingegen dürfen nicht gespachtelt werden. Hier ist der Pinsel das geeignete Werkzeug\" findet die Hobbymalerin. Während die Ölfarbe auftrocknet, dieser Vorgang kann schon mal je nach Dicke der Farbschicht ein paar Tage dauern, bleibt die Zeit nicht ungenutzt. \"Ich schaue mir das Bild immer wieder an\" verrät die Künstlerin. Und findet sie dann noch ein Detail, das sie gerne verändern möchte, ermöglichen ihr die Ölfarben auch dann noch eine Korrektur. Außerdem bleiben der Eltvillerin gerade in den Wintermonaten nur wenige Stunden am Tag für das kreative Hobby. \"Zum Malen brauche ich Tageslicht\" sagt Müller-Hiltmann, \"meistens hangle ich mich beim Malen von Wochenende zu Wochenende.\" Denn da findet sie die nötige Zeit und Ruhe, um an ihren Bildern weiter zu arbeiten.

Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de