Wenn Marion Bienefeld und Susanne Beier ihr Büro in der Tourist-Information betreten, betätigen sie als erstes den Lichtschalter. \"Weil wir sonst im Dunklen sitzen\", erklärt Bienefeld. Die Schreibtische der beiden Mitarbeiterinnen stehen vor den Adventsfenstern mit den Nummern 4 und 8. Natürlich sind die Läden längst zur Seite geklappt. Doch durch die auf Folie gedruckten Bilder dringt selbst an freundlichen Wintertagen nur wenig Tageslicht ins Büro.
Täglich pünktlich um 16.30 Uhr haben die Mitarbeiter der Tourist-Information dann allerdings das Gefühl, die Sonne geht auf. Denn dann schaltet sich automatisch die Beleuchtung für den Adventskalender an. An jedem Fenster sind zwei starke Lampen angebracht. \"Da ist es im Büro fast schon zu hell\", sagt Ulrike Bergmann, deren Schreibtisch vor den Fenstern mit den Nummern 2 und 5 steht. Gegen 16.45 Uhr wird es vorm Haus in der Rheingaustraße 28 voll. Kinder lachen, Erwachsene schwatzen. Um 17 Uhr wird ein weiteres Fenster geöffnet und eine dazu passende Geschichte vorgelesen. \"Wenn man da konzentriert arbeiten muss, ist das nicht ganz einfach\", meint Bergmann. Offiziell schließt die Tourist-Information um 17 Uhr. Doch die Mitarbeiter sind meist noch länger da.
Allerdings sind nicht alle vom Adventskalender betroffen. Hinter den nummerierten Fenstern finden sich fünf Arbeitsplätze der Tourist-Information, die sich durch Teilzeitbeschäftigungen neun Personen teilen. Bei der Mediathek verbergen sich mehrere Ausleihräume und ein Büro mit zwei Arbeitsplätzen hinter den Adventsfenstern. Hier arbeiten im Wechsel vier Leute. Problematisch ist überall die Lüftung. Denn durch die Folie der Bilder dringt kaum ein Lüftchen. Alle diese Unannehmlichkeit nimmt man in der Rheingaustraße jedoch ohne Murren in Kauf. \"Wir sind ja froh, dass es den Adventskalender gibt\", betont Beier, die ebenso wie Bienefeld und Bergmann von einer \"guten Aktion\" spricht.
Der Kalender belebt die Stadt. Manch einer verbindet die Fensteröffnung sogar mit einem Besuch in Tourist-Information und Mediathek. So kann man sich ab 16.30 Uhr nicht über mangelnden Publikumsverkehr beklagen.
Voll und ganz hinter dem Adventskalender steht Thomas Merkes, Leiter der Tourist-Information. \"Das wird gut angenommen und ist vor allem für die Kinder toll\", unterstreicht er. Sein Lob gilt der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Eltville (IGE), die den Adventskalender organisiert. 2004 hat sie zum ersten Mal zur täglichen Fensteröffnung eingeladen. Damals ist das Haus in der Rheingaustraße noch teilweise eine Baustelle gewesen. Tourist-Information und Mediathek sind erst Ende 2004 eingezogen. Natürlich hat die IGE mit Blick auf den Erfolg schon bald angefragt, ob eine Neuauflage des Kalenders möglich ist. Dem Wunsch hat man laut Merkes gerne entsprochen. Die Mitarbeiter unterstützen die Aktion und freuen sich sogar darauf. Wenn im November die Bilder kommen und erstmal im Gang abgestellt werden, können viele ihre Neugier nicht zügeln. \"Da schaut man dann schon mal\", wird verraten. Auf die Entscheidung, welches Motiv in welchem Zimmer aufgehängt wird, haben Tourist-Information und Mediathek keinen Einfluss. Doch da \"alle Bilder gleich schön sind\", so Bienefeld, spielt das keine Rolle.
Das letzte Fenster das Adventskalenders wird am 24. Dezember ausnahmsweise schon um 11 Uhr geöffnet.
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