Weitere rund drei Millionen Euro wolle die Landesregierung in Bauten für die Staatsweingüter am Steinberg investieren, teilte die SPD-Landtagsabgeordnete Christel Hoffmann mit. Die Landesregierung nahm im Umweltausschuss des Landtags zu Fragen nach den Kosten des Kellereineubaus Stellung. Danach werden laut Hoffmann auf den von der Staatsweingüter GmbH gepachteten Landesflächen umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen.
In der denkmalgeschützten alten Rebenveredelungshalle sollen Büro- und Sozialräume für die Staatsweingüter entstehen. Außerdem werde der Erschließungsweg saniert, der zum Betriebshof führt, die Entwässerung sichergestellt und Parkplätze gebaut. Das Land übernimmt laut Hoffmann auch den Bau einer Löschwasserzisterne und den Bau einer neuen Wasserleitung. Wie berichtet, reicht das Wasser aus einem Brunnen und einer Schürfung von Kloster Eberbach nicht aus, um die Staatsweingüter zu versorgen.
Der Geschäftsführer der Staatsweingüter, Dieter Greiner, hatte deshalb Kontakt zum Wasserverband Oberer Rheingau aufgenommen. Dabei ging es auch um die Frage, wer die Kosten für eine möglicherweise nötige Ringleitung vom Hochbehälter Hattenheim zum Betriebshof, weiter zur Domäne Neuhof und von dort zurück zum Hochbehälter trägt. Der Eltviller SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Hannes hatte gefordert, Geld der Gebührenzahler nicht dafür auszugeben.
\"Welcher Winzer bekommt vom Land Büro- und Sozialräume, Zufahrten und Parkplätze, Löschwasserspeicher und eine neue Wasserleitung?, fragt Christel Hoffmann. Und das nicht einmal auf eigenem Betriebsgelände, sondern auf Landesflächen. In ihren Gutachten habe die Landesregierung den Neubau am Steinberg \"gnadenlos billig gerechnet und geleugnet, dass Infrastrukturmaßnahmen wie die Verkehrsanbindung und eine bessere Wasserversorgung nötig werden\".
Jetzt zeige sich, wie so was gehe: \"Mit rumänischen Billigarbeitern, die um ihren Lohn geprellt würden, mit dem Bau von Betriebsräumen und Infrastruktur auf Steuerzahler-Kosten\", kritisierte die SPD-Abgeordnete. \"Hätte Roland Koch eine Spur Anstand, würde er dafür sorgen, dass die weit unter Tariflohn beschäftigten Bauarbeiter ihren Lohn bekommen\". Statt dessen würden weitere Steuergelder in ein privates Bauprojekt gesteckt, dessen Genehmigung nur durch Rechtsbeugung möglich geworden sei, so Hoffmann.
Der Ministerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzende der Staatsweingüter-GmbH habe wiederholt gesagt, die Staatsweingüter würden nicht anders behandelt als andere Weinbaubetriebe auch. \"Wenn das wahr wäre, könnte ich allen Winzern nur raten, eifrig zu sanieren und die Rechnung an die CDU-Landesregierung zu schicken\", so Hoffmann.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de