Thomas Hardt blickt optimistisch in die Zukunft. Der neue Direktor des Amtsgerichts ist überzeugt, dass die Eltviller Dependance in einen Neubau am Rüdesheimer Gericht umziehen wird.
Lange Gänge, schwere Türen: Das Rüdesheimer Amtsgericht ist alles andere als ein moderner Zweckbau. Erbaut 1911, eingeweiht 1912 ist in dem Haus Justitia, Waage und Richtschwert stets gegenwärtig. Weniger digitale Diktier- sowie Spracherkennnungsgeräte und andere \"top-technische Versorgung\", auf die der vor mehr als vier Wochen eingeführte neue Amtsgerichtsdirektor Thomas Hardt mit Stolz hinweist.
Der 49-Jährige übernimmt, wie er betont, ein \"gut bestelltes Haus\". Verantwortlich ist der Behördenleiter der Rüdesheimer Instanz für 40 Mitarbeiter, darunter sechs Richter. Außerdem arbeitet der Nachfolger von Stefan Althaus, der wiederum als Direktor zum Amtsgericht nach Bad Schwalbach wechselte, mit drei Gerichtsvollziehern und acht Rechtspflegern zusammen.
Zugleich übernimmt Hardt die Leitung des Gerichts nach viermonatiger Vakanz. Schließlich ging Althaus bereits im Mai. Außerdem ist das einst selbständige Amtsgericht Eltville nun eine Zweigstelle von Rüdesheim. Über organisatorische Schwierigkeiten, die sich aus den beiden Standorten ergeben könnten, klagt Thomas Hardt nicht. Sicherlich vereinfachen direkte Absprachen die Arbeit. \"Doch die meisten Angelegenheiten werden ohnehin per E-Mail und telefonisch erledigt.\" Nicht zuletzt existieren Pläne für einen Anbau in Rüdesheim zur Zentralisierung des Amtsgerichts, von dessen Umsetzung Thomas Hardt überzeugt ist.
Die Verwaltung mache ein Drittel seiner Arbeit aus. Die restliche Zeit verwendet Thomas Hardt für das \"praktische Recht\", wie der gebürtige Westerwälder grob beziffert. Dazu zählen unter anderem Scheidungen, Unterhalt sichern, elterliche Sorge für die Kinder, Mahnverfahren, Zwangsversteigerungen. Vor allem \"Eilsachen\" wie die Unterbringungen in das Zentrum für Soziale Psychiatrie in Eltville.
Zum Pensum des Direktors, in Boppard wohnt, gehören auch dienstliche Beurteilungen, Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben des Landesjustizministerien verfassen und als Behördenleiter natürlich die Führung der Mitarbeiter.
Rüdesheim ist für Hardt, dessen Frau Monika als Regierungsrätin in der Kreisverwaltung Mainz-Koblenz tätig ist, keine neue Station. Bereits von 2003 bis 2006 war der 49-Jährige, der sich in Boppard als Schulelternsprecher engagiert und als Gitarrist im Instrumentalkreis der Kirchengemeinde aktiv ist, in der Touristenstadt als stellvertretender Direktor tätig und überwiegend für Zivil- und Familienrecht eingesetzt. Anschließend folgte eine Abordnung an das Oberlandesgericht an einen gemischten Zivil- und Familiensenat.
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