Bericht - SPD-Diskussion über Schulthemen


Kaum ein anderes Thema sorgt für soviel emotional und ideologisch gefärbte Diskussionen wie das Thema Schule. Die SPD, durch den Streit um die Ganztagsschule ein gebranntes Kind, hat zur Landtagswahl ein neues Schulkonzept vorgelegt. Einer der Autoren, der zuständige Referent der SPD-Landtagsfraktion und SPD-Unterbezirksvorsitzende Rheingau-Taunus, Martin Rabanus, erläuterte Einzelheiten bei einer Veranstaltung in Eltville. Eingeladen hatte SPD-Landtagskandidat Matthias Hannes. Besonders die verkürzte Schulzeit G8 brannte den Gästen auf den Nägeln. Sie kritisierten Stress, Druck auf Kinder wie Lehrer und die Verkürzung der Kindheit ausgerechnet in der schwierigen Pubertät. Mittlerweile seien die Probleme so deutlich geworden, dass die Kultusministerin nachbesserte. Gewinne die SPD die Wahl, so Rabanus, werde G8 so schnell wie möglich abgeschafft. Eine kürzere Schulzeit sei durch eine flexible Eingangsstufe oder Oberstufe möglich, aber nicht verpflichtend. Das frühe Aussortieren in drei Schulformen hält die SPD für falsch. Aber auch von der Zweigliedrigkeit, die in Rheinland-Pfalz durch die Abschaffung der Hauptschule entsteht, will die Hessen-SPD nichts wissen. Das \"Haus der Bildung\" biete mehr Chancen, so Rabanus. Dass die Hauptschule auch in Hessen das Ende der nächsten Wahlperiode nicht erlebe, sei klar. Auch die CDU denke an deren Abschaffung. Die Ganztagsschule, die mehr als eine nachmittägliche Betreuung sein soll, ist für die SPD der angemessene Lernort. Der Lehrplan werde abgeschafft, Ziel sei künftig, bei Schülern Kompetenzen zu entwickeln und ihnen das nötige Handwerkszeug mitzugeben. Die Ganztagsschule will sich die SPD was kosten lassen. Sie soll mit einem \"Lehrerzuschlag von bis zu 20 Prozent und weiteren Lehrern für Förderangebote\" ausgestattet werden. Die Schulen erhalten ein Budget von 105 Millionen Euro, mit dem sie eigenständig wirtschaften können. Auch kleinere Klassen verspricht die SPD, in ihnen sollen laut Rabanus nicht mehr als 25 Kinder sitzen. Man wolle den Fehler von damals nicht wiederholen, sagte Rabanus: \"Da wurde die Integrierte Gesamtschule mit Holdrio eingeführt und dann war nicht genug Geld da.\" Von einer neuen \"Zwangs-Einheitsschule\", wie es die CDU unterstellt, könne nicht die Rede sein, so Rabanus. Das Gymnasium bestehe weiter. Die SPD will ihr Konzept den Schulen über finanzielle und personelle Anreize schmackhaft machen. Und: \"Natürlich ist das Haus der Bildung zum Erfolg verdammt, denn davon hängt das Wahlverhalten der Eltern und die Übernahme des Modells durch die Schulen ab.\"

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