Unter dem Motto \"Leben braucht Erinnerung\" lädt die Stadt Eltville in Zusammenarbeit mit Betrieben rund um das Bestattungswesen erstmals zum \"Tag des Friedhofs\" am Samstag, 27. Oktober, ein. \"Damit möchten wir die Bürgerinnen und Bürger wieder mehr auf den Friedhof aufmerksam machen\", sagt Bürgermeister Patrick Kunkel.
Friedhöfe seien ein Stück Kultur, hier werde die Geschichte einer Stadt erzählt. Der 31 800 Quadratmeter große Eltviller Friedhof mit seinem parkähnlichen Charakter lädt ein zum Spazierengehen, aber auch zum Innehalten. Einzigartig im Rheingau sind die unter Denkmalschutz stehenden Grüfte und Familiengräber. Da in den meisten Fällen jedoch keine Angehörigen mehr vorhanden sind, verfallen die wertvollen Grabdenkmäler zusehends und werden nicht mehr ausreichend gepflegt. Deshalb sucht die Stadt Interessierte, die diese übernehmen wollen. Die Stadt kommt ihnen beim Preis entgegen, dafür müssen sie sich verpflichten, die Grabmale nach den Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege zu renovieren und zu pflegen.
Drei Grüfte, berichtet Friedhofsgärtner Matthias Bleul seien bereits von Familien gekauft worden. Tritt ein Sterbefall ein, wird eine zusätzliche Platte auf das Grab gelegt oder in der Gruft angebracht. Weitere drei Grüfte und drei Gräber warten laut Bleul auf Interessierte. Die Idee des Friedhofstages, der für eine umfassende Information sorgen soll, hatte der Friedhofsgärtner, nachdem ihn immer wieder Bürger mit vielen Fragen ansprachen. Die steigenden Bestattungskosten haben laut Bleul dazu geführt, dass mittlerweile die Hälfte der Bestattungen auf dem Eltviller Friedhof in Urnengräbern erfolgen. Künftig werde man die Urnenwand erweitern müssen und auch Rasengräber sind im Gespräch. Hier wird nur ein Holzkreuz aufgerichtet, so dass die Pflege einfach ist. Auch über eine Bestattung unter Bäumen auf dem Friedhof werde nachgedacht.
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