Rheingau-Taunus-Kreistag weiterhin die Geister. Die FDP hatte eine Debatte über die nach einem RMF-Konzept insgesamt 9,9 Millionen Euro teuren Pläne erzwungen, an denen sich der Landkreis und die Stadt Eltville jeweils mit 1,85 Millionen Euro beteiligen sollen. Der Antrag der Freien Demokraten, für den RMF-Umzug nicht mehr als 100000 Euro zu spendieren, fand bei den übrigen Fraktionen keine Unterstützung. Ob und in welcher Höhe der Kreis einen Umzug in die Staatsweinkellerei Eltville fördert, bleibt den Beratungen zum Doppelhaushalt für die Jahre 2008 und 2009 vorbehalten, dessen Entwurf erst kurz zuvor von Landrat Burkhard Albers (SPD) eingebracht worden war.
Alle Fraktionen und der Landrat hoben die Bedeutung des RMF für den gesamten Kreis hervor - wirtschaftlich (Albers: \"Die Besucher essen hier, sie trinken hier\") und in der europaweiten Imagepflege. Ob allerdings ein Umzug der RMF-Verwaltung innerhalb des Kreises bezuschusst werden müsse, ist umstritten. So erklärte Ingrid Reichbauer (Grüne), der Kreis sei nicht dazu da, für Ministerpräsident Roland Koch eine Immobilie zu verwerten, die nach dem Umzug der Staatsweingüter ins Kloster Eberbach und in den Kellerei-Neubau am Steinberg frei geworden sei.
Angesichts leerer Kassen wollte Rainer Scholl (FDP) das Engagement des Kreises streng limitiert sehen: \"100000 Euro, das war´s dann.\" Doch weder CDU (Birgit Kind: \"Mit 100000 Euro kommt man nicht weit) noch die SPD (Georg Mahr: \"Das ist weder Fisch noch Fleisch\") wollten sich hier enge finanzielle Grenzen setzen lassen. \"Abwarten\", empfahl Landrat Albers, schließlich hätten weder das Land noch die Stadt Eltville in ihren Haushaltsplänen ein Engagement festgeschrieben. Landrat Albers und CDU-Fraktions-Chefin Kind betonten, dass der RMF-Umzug besonders durch den geplanten Bau einer Konzerthalle für 750 Besucher attraktiv sei. Der FWG-Abgeordnete Hans-Josef Becker allerdings warnte angesichts der sich anbahnenden Koalition von CDU und SPD: \"Wenn die beiden Großen zusammenarbeiten, dann hat das bisher den Bürger immer viel Geld gekostet.\"
Mit der Verabschiedung eines gemeinsamen Antrages der Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen, FWG und FDP will der Kreistag erreichen, dass auch bedürftige Kinder im Rahmen der Ganztagsbetreuung in Schulen in den Genuss eines Mittagessens kommen. Der Bund solle hier seinen Verpflichtungen nachkommen, das Land, solange dies nicht der Fall sei, mit einem Härtefonds aushelfen. Bis der eingerichtet sei, soll die Kreiskasse einspringen, um der Kinderarmut zu begegnen.
Der Kreisausschuss soll zusammen mit den Städten und Gemeinden über die Erstellung eines Energieverbrauchsatlasses nachdenken. Ein Dringlichkeitsantrag der SPD mit dem Ziel, Wege zur Heiz- und Stromkosteneinsparung aufzuzeigen, fand auch die Unterstützung der CDU und damit die Parlamentsmehrheit ohne vorherige Ausschussdiskussion. Nun soll in einer kleineren Gemeinde der Energieverbrauch erfasst werden, um dann anschließend elektronische Zähler in den Haushalten einzubauen, die ein Fernablesen erlauben. Die genaueren Informationen erlaubten schnellere Sparmaßnahmen.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de