Eine beeindruckend breite Palette von \"Kunst nach Feierabend\" zeigen 24 Eltviller Hobbykünstler bis 9. Dezember in der KurfürstlichenBurg. Spektrum und Qualität der Werke machten bereits die überlaufene Ausstellungseröffnung zum Ereignis. 1325 Besucher machten die 2006er Hobbykunstschau in der Kurfürstlichen Burg zum Highlight im Kulturprogramm der Stadt. Bereits die Vernissage zur 24. Ausstellung versprach, die Zahl erneut zu toppen: Dicht an dicht drängten sich junge und ältere Besucher zwischen den Werken im Burgsaal und in der Galerie, bevor Bürgermeister Patrick Kunkel die Schau offiziell eröffnete.
Dabei faszinierte neben den ganz unterschiedlichen Motiven und Stilen wie Öl-, Acryl-, Seiden-, Kreide- und Aquarellmalerei, Keramik, Patchwork und Quilting, Drechsel-, Hand- und Perlenarbeiten an sich ein Zufall, der bereits im Vorjahr erstaunte. Hatten die 23. Ausstellung genau 23 Hobbykünstlerinnen und -künstlerbestritten, meldeten zur 24. wiederum zufällig 24 ihre Teilnahme beim bewährten Organisationteam mit Hobby-Ölmaler Alois Eckhardt und der Tourist-Information. \"Wir lehnen niemanden ab und weigern uns auszuwählen\", betonte Eckhardt, dass wirklich keine Steuerung hinter dem Zahlenzufall stehe. Neu unter den Künstlern war Phyllis Kemmer, bei deren Ölgemälden wie anmutigen Frauendarstellungen keiner glauben wollte, dass sie von einer erst 16-Jährigen stammten. Ihr und der genau 70 Jahre älteren Malerin Elisabeth Nucklies verdankte die 24. auch das bislang größte Altersspektrum aller Hobbykunstschauen, für die nur Eltviller zugelassen werden. Sie male zwar schon immer gerne, komme aber zu Hause kaum dazu, erzählte Grafikdesignerintochter Phyllis, die mit ihren Eltern und ihrer Schwester vor sieben Jahren von Walluf nach Erbach zog. Umso mehr malt sie seit sechs Jahren intensiv in der Geisenheimer Kunstschule \"alles, worauf ich gerade Lust habe\". Öl bevorzuge sie, weil es ihr anders als Acryl erlaube, einmal Gemaltes immer wieder zu verändern. \"Malen macht mir einfach Spaß.\"
Den gleichen Grund nannten auch die anderen Künstler wie Siegfried Schön, der während der Schau seinen 70. Geburtstag feiert, in der Jugend großformatig malte und bei einem Parisbesuch in den 60er Jahren seine Leidenschaft für Miniaturölgemälde entdeckte. Er beteilige sich an der Schau, seit der damalige Kulturamtsleiter Walter Kadel sie 1983 mit acht Hobbykünstlern startete, und habe immer mal wieder überlegt, auszusteigen. Dagegen waren jedoch seine Fans aus der ganzen Region von Lorchhausen bis Frauenstein. Jedes Jahr kaufen sie bei der Schau sämtliche 40 bis 50 Miniansichten von allen Orten im Rheingau. \"Siesammeln sie wie Briefmarken\", freute den Winzermeister und Weingutsverwalter im \"Unruhestand\", wie viele Menschen seine Begeisterung für die Miniaturen teilen.
\"Malen ist ein wunderschönes Hobby\", bestätigte Ursula Richter, 50. Sie malt seit 1994 bevorzugt in Öl und besticht mit Stillleben und Naturbildern in feinster Lasurtechnik und altmeisterlichem Stil. \"Es ist ein guter Ausgleich zu meinem Beruf\",erklärte die Bankangestellte. Eckhardt wiederum verwirklichte sich mit der Ölmalerei erst im Alter seinen Lebenstraum. \"Ich wollte Kunstmalerwerden\", verriet der Ingenieur für Umwelttechnik, der mit Beginn des Ruhestands zu malen begann und jetzt im 10. Jahr mit seinen Bildern begeisterte.
\"Kunst nach Feierabend\" ist bis 9. Dezember montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de