Die finanzielle Beteiligung des Rheingau-Taunus-Kreises an einem möglichen Umzug des Rheingau Musik Festivals von Oestrich nach Eltville soll erst wieder bei den Haushaltsberatungen im Januar thematisiert werden, berichtet der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Roland Hoffmann (FWG). Der umstrittene Zuschuss des Kreises, bisher war von 1,85 Millionen Euro die Rede, soll auch noch nicht im Entwurf des neuen Haushaltsplans enthalten sein, obwohl er ursprünglich vorgesehen war.
Die Stadt Eltville, die mit dem gleichen Betrag mit ins Boot soll, habe ihrerseits noch kein Geld für den RMF-Umzug auf das Gelände der Staatsweinkellerei veranschlagt, sagt der Sprecher der Kreisverwaltung, Christoph Zehler. Auch das Land Hessen habe noch nichts in den Haushaltsplan eingestellt. \"Deshalb wartet man ab\", lautet die offizielle Begründung.
Das Gesamtprojekt für die Nutzung der Liegenschaft an der Schwalbacher Straße in Eltville einschließlich der Schaffung eines Konzertsaals soll rund zehn Millionen Euro kosten, so bisherige Angaben.
Landrat Burkhard Albers (SPD) liegt viel daran, das Rheingau Musik Festival zu unterstützen. Doch das nicht gerade kleine finanzielle Engagement ist in der SPD bei aller Wertschätzung des RMF nicht zu vermitteln. Aber auch in den Kreistagsfraktionen von FDP, FWG, Grünen und Republikanern stößt es auf Widerstand.
\"Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Anlass, irgendwelche Mittel bereitzustellen\", betont der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und Parteichef Martin Rabanus. Zudem gebe es noch kein konkretes Konzept mit Plänen oder Informationen über den zeitlichen Ablauf des Umzugs. Ganz abgesehen davon, dass die Bereitschaft, für Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ein Problem zu lösen, nicht gerade ausgeprägt sei. Schließlich war es der Aufsichtsratsvorsitzende der Hessischen Staatsweingüter GmbH, der die unterirdische Kellerei am Steinberg maßgeblich durchgesetzt hat.
Denn gerade dieser Aspekt sei \"emotional hoch belastet\", sagt der Eltviller SPD-Fraktionsvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Matthias Hannes. Es sei auch noch längst nicht geklärt, ob Stadt und Kreis überhaupt in der Lage seien, jeweils 1,85 Millionen Euro zu finanzieren. Vom Land werde zudem ein viel größeres Engagement erwartet. Bisher ist ein Betrag von 3,7 Millionen Euro vorgesehen, wobei das Land aber für die Bereitstellung der Liegenschaft 2,6 Millionen Euro veranschlagt.
Die CDU-Fraktionsvorsitzende Birgit Kind berichtet von \"bisher noch unterschiedlichen Stimmen\" in ihrer Fraktion. Ein Votum werde es bei den Haushaltsberatungen geben. Der Umzug sei eine \"einmalige Chance\" für die Region, von der auch der Untertaunus profitiere, so die persönliche Einschätzung Kinds. Damit spricht sie einen Punkt an, der nach wie große Bedeutung hat: Wenn der Kreis im Rheingau viel Geld ausgibt, zieht dies automatisch Forderungen im Untertaunus nach sich.
Für den FDP-Kreistagsabgeordneten und Eltviller Fraktionsvorsitzenden Rainer Scholl ist indessen klar: \"Wenn im Kreishaushalt kein Betrag eingestellt wird, brauchen wir uns in Eltville sowieso keine Gedanken zu machen.\" Die FDP im Kreis hat schon vor längerem beantragt, den Zuschuss für den RMF-Umzug auf maximal 100000 Euro zu begrenzen.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de