Seit drei Jahren begleitet der Rheingau-Tisch die Entwicklung der Region zwischen Walluf und Lorch. Er versteht sich als Ideengeber und verfolgt langfristige Ziele für die Entwicklung des Rheingaus, auf die er immer wieder hinweist, auch wenn sie teilweise als \"politisch nicht umsetzbar\" oder \"wirtschaftlich nicht machbar\" gelten. Dazu gehören nach wie vor die drei Projekte Golfplatz, Rheinbrücke und der Bau einer Höhenstraße, die die B42 ersetzen soll. Nach dem Motto \"Steter Tropfen höhlt den Stein\" will die Vereinigung beharrlich Einfluss ausüben, meint ihr Sprecher Wilhelm Weil, Vorsitzender des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter im Rheingau. Am besten stünden die Chancen für einen Golfplatz im Rheingau, sagt Ex-Landrat Klaus Frietsch.
Hartnäckig bleibt der Rheingau-Tisch auch bei seiner Rheinbrücken-Forderung. Der Rheingau könne es sich nicht leisten, auf eine bessere Erschließung von Wirtschaftsräumen zu verzichten, erklärt Robert Werner, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden. Mit einer Brücke bei Rüdesheim, so Frietsch, gibt es auch größere Chancen für das nach wie vor ungenutzte, mehr als zehn Hektar große MAN-Gelände in Geisenheim. Es ist voll erschlossen und als gemeinsames Gewerbegebiet der Rheingauer Kommunen geplant.
Gemeinsames Handeln bei den Gewerbeflächen ist aus Sicht des Rheingau-Tischs eine zentrale Aufgabe des neuen Zweckverbands, der sich außerdem als weitere Ziele den Ausbau des Leinpfads sowie die Stärkung der Ortskerne vorgenommen hat.
Nachdem es so aussieht, als ob das Jahrhundertprojekt Rüdesheimer Tunnel in naher Zukunft tatsächlich gebaut wird, muss mit Nachdruck am Lärmschutz an der Rheingauer Bahnstrecke gearbeitet werden, fordert der Rheingau-Tisch. Denn wenn der Bahnübergang in Rüdesheim endlich verschwinde, werde es eine höhere Zugfolge geben.
In diesem Jahr standen drei wichtige Rheingauer Institutionen im Blickpunkt der Vereinigung: Kloster Eberbach, die EBS und die Forschungsanstalt Geisenheim. Der Rheingau-Tisch wünscht sich ein \"lebendiges Wein-Kloster Eberbach\". Er hält zwei Ziele für vereinbar: dass das Kloster seine ehemalige Bestimmung bewahrt und dass es ein \"Ort für Konzert und Weingenuss\", also viel Publikum anzieht, sowie \"inspirierender Tagungsort\" sein kann.
Der Rheingau habe nur eine Chance, wenn er sich als \"Premiumprodukt\" definiere. Dazu gehöre die Forschungsanstalt Geisenheim, die von Experten als einzige deutsche \"Leuchtturm-Einrichtung\" für Weinbau mit weltweiter Bedeutung bewertet werde. Der andere Leuchtturm sei die EBS, die sich zum Rheingau bekenne, auch wenn mit dem Söhnlein-Gelände in Schierstein ein zweiter Standort mit Campus-Charakter entstehe. Die Stadt Wiesbaden unternehme aber erhebliche Anstrengungen, die EBS mehr an sich zu binden. Deshalb sei auch ein Rheingauer Bekenntnis \"zu unserer Universität\" erforderlich.
Die \"Schätze\" des Rheingaus seien zu wenig in der Region und bei den Bewohnern verankert, meint der Rheingau-Tisch. Ähnlich verhalte es sich beim Rheingau Gourmet und Wein Festival und beim Rheingau Musik Festival, die \"weltweit zu den erfolgreichsten Festivals ihrer Art gehören\".
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