Bericht - Riesiger Andrang vor kleinem Wahllokal


Mit Wahllokalen im Schulzentrum und in der Wallluftalschule für die Eltviller Hauptschüler hat die Stadt die Wahl zum Kinder- und Jugendbeirat mehr ins Bewusstsein gerückt. Davon versprach man sich eine ansehnliche Wahlbeteiligung. Der Andrang vor dem kleinen Wahllokal in der Eltviller Gutenberg-Realschule ist riesig. Insbesondere in den Pausen strömen die Schüler aus allen Ecken herbei, um ihre Stimme abzugeben. Aufgeregt wird unter den Jungwählern getuschelt: \"Und, wen wählst du?\" Klasse finden die Kids vor allem, dass es bei der alle zwei Jahre stattfindenden Wahl zum Eltviller Kinder- und Jugendbeirat wie bei einer \"richtigen Wahl\" zugeht. Wie \"die Großen\" können sie in einer Wahlkabine verschwinden, dort in geheimer Wahl ihre Kreuze machen und schließlich den geknickten Wahlzettel in die bereit gestellte Plastiktonne werfen. Ganz hinten in der Schlange stehen die 15-jährige Jessica Leitsch und ihre ein Jahr ältere Freundin Gamze Rastgeldi. Die beiden Realschülerinnen wissen schon ganz genau, wen sie wählen werden. Mirko Schmidt ist ihr Favorit. Den 15-Jährigen kennen sie noch aus dem letzten Schuljahr, als er ebenfalls die Eltviller Gutenberg-Realschule besuchte. Von Mirko erhofft sich Jessica vor allem, dass er dafür sorgt, \"dass in Eltville mehr abgeht\". Dieses Anliegen teilen viele der wahlberechtigten Kinder und Jugendlichen. Vor allem der Wunsch nach einem Kino ist unter den jungen Eltvillern weit verbreitet. Auch fehlt es ihnen an Treffpunkten, wo sie ganz für sich sein können. Insgesamt, erklärt der städtische Jugendpfleger Thomas Lörcher, sind 1200 Kinder- und Jugendliche im Alter von zehn bis achtzehn Jahren zur Neuwahl des Eltviller Kinder- und Jugendbeirats aufgerufen. Etwa 20 Prozent davon haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und in einem der vier Wahllokale ihre Stimme abgegeben. Zur Wahl standen dreizehn Kandidaten im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren aus Eltville und den Stadtteilen. Aus Eltville bewarben sich etwa Lena Doobe (16), Myrna Sandhövel (16), Mirko Schmidt (15) und Galyna Shevchenko (16) für das 12-köpfige Gremium. Die Zusammenstellung der Bewerber, so Thomas Lörcher, sei dabei sehr gemischt: \"Wir haben Gymnasiasten genauso wie Haupt- und Realschüler\". Auffällig sei auch, dass die Kandidaten fast nie aus dem Kreis der Jugendorganisationen der herkömmlichen Parteien kämen. Den Eltviller Kinder- und Jugendbeirat, der den Heranwachsenden die Möglichkeit bieten soll, ihre Interessen zu Gehör zu bringen, gibt es bereits seit 1999. In regelmäßigen, alle sechs bis acht Wochen stattfindenden Sitzungen überlegen sich die Beiratsmitglieder, wie sie die Situation der Eltviller Kinder und Jugendlichen verbessern können. Dabei können sie mit Anträge, etwa zur Verkehrssituation, die Stadtverordnetenversammlung zum Handeln auffordern. Aber auch beratend ist das Gremium tätig und wird von den städtischen Stellen immer dann herangezogen, wenn Maßnahmen geplant werden, die vor allem Jugendliche betreffen. So soll erreicht werden, dass Einrichtungen wie zum Beispiel die Skater-Anlage exakt den Bedürfnissen der eigentlich Betroffenen entsprechen. Gemeinsam mit der städtischen Jugendpflege organisiert das Gremium außerdem Veranstaltungen, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richten.

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