Bericht - Ein treffliches Verkaufsargument


\"Es war manchmal ein steiniger Weg, aber man hat immer ein Ziel vor Augen\", sagt Bettina Egert, die mit Ehemann Manfred die Auszeichnung für die Leistung des Oestricher Familienweingut aus den Händen des hessischen Ministers Wilhelm Dietzel (CDU) bei der Landeswein- und Sektprämierung im Kloster Eberbach entgegennahm. Fünf weitere Weingüter aus dem Rheingau und von der Hessischen Bergstraße wurden mit der Staatsehrenplakette ausgezeichnet. Ältestes Kulturgetränk Der Hochheimer Winzer Gunter Künstler, Inhaber des Weinguts Künstler, fasste zusammen, was allen ausgezeichneten Betrieben bei ihrer Arbeit wichtig ist: \"Wein hat als ältestes Kulturgetränk der Welt eine lange Geschichte, der wir verpflichtet sind. Aber er hat auch eine Gegenwart, die wir Winzer gestalten.\" 200 hessische Weingüter hatten 1 587 Weine und Sekte zu dem Wettbewerb eingereicht. Davon wurden 506 mit einer goldenen Preismünze, 592 mit einer silbernen und 282 mit einer bronzenen ausgezeichnet. Rund 13 Prozent der eingereichten Weine und Sekte konnten die Qualitätskriterien der Jury nicht erfüllen. \"Eine Preismünze für einen Wein hier errungen zu haben, ist für den Winzer ein vortreffliches Verkaufsargument\", so Dietzel. \"In Hessen können wir nicht auf die Quantität des Weines setzen, wohl aber auf seine hervorragende Qualität.\" Die Tendenz der Käufer zum heimischen Wein sei nach wie vor steigend; rund 1 bis 1,5 Prozent pro Jahr klettere der Weinabsatz von deutschen Winzern im eigenen Land nach oben - derzeit würden 52 Prozent der in Deutschland verkauften Weinen auch in Deutschland erzeugt. Gleich zwei Landessieger kommen in diesem Jahr aus dem Keller des Geisenheimer Weinguts Helmut Hanka: In der Kategorie Riesling trocken wurde die 2006er Geisenheimer Kläuserweg Spätlese zum besten Wein gekürt; in der Kategorie Riesling halbtrocken die 2006er Geisenheimer Kläuserweg Spätlese. Unter den gereiften Rieslingen wurde die 2002er Geisenheimer Kläuserweg Auslese aus der Geisenheimer Schamari Mühle zum Landessieger gekürt; bei den trockenen Spätburgunder Rotweinen machte der 2005er Hochheimer Reichestal aus dem Hochheimer Weingut Künstler das Rennen. Der beste Spätburgunder Weißherbst ist ein 2006er Rauenthaler Steinmächer halbtrocken aus dem Weingut Ems-Post in Eltville. Landessieger unter den Sekten wurde der 2005er Kostheimer Sankt Kiliansberg Riesling brut aus dem Bischofsheimer Weingut Bott. Auch für das Jahr 2007 wird ein besonderer Wein erwartet: Die Lesemenge erbrachte etwa zehn Prozent mehr Trauben als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre und erheblich mehr als 2005 und 2006, so Dietzel, der sogar von einem \"Wunschjahrgang, der in die Keller eingefahren werden konnte\", spricht.

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