\"Ich war schon ziemlich nervös, als wir auf dem Weg zum Kloster Eberbach waren, wo die Fotos gemacht werden sollten\", gibt Marten Stockhausen zu. Nicht nur auf Litfass-Säulen und Bussen ist das Motiv, eins von mehreren, auf dem waschechte Wiesbadener \"Models\" durch ein Fenster in der Zeitung blicken, zu sehen, sondern auch in Kino-Werbespots.
\"Darauf haben mich auch schon mehrere Leute angesprochen\", sagt Sarah Stockhausen. Auf die Plakate hingegen noch niemand. \"Aber wenn wir dran vorbeigehen, sind wir schon stolz drauf - und es ist uns auch eine große Ehre, gefragt worden zu sein\", meint der 29-jährige Sonnenberger, Inhaber eines exklusiven Leuchtengeschäfts unmittelbar am Hofgartenplatz. Seine 21-jährige Ehefrau, die in Mainz im fünften Semester Jura studiert, pflichtet ihm bei.
Wie das Ganze genau zustande kam, das ist den beiden immer noch ein Rätsel. \"Als wir im August heirateten, hat wohl die Redaktion über den Kontakt zu meiner Mutter, die Inhaberin der Buchhandlung Vaternahm in der Stadt ist, uns als ,Brautpaar der Woche´ ausgewählt, was uns damals schon sehr überrascht hat\", sagt Marten Stockhausen. Und fügt augenzwinkernd hinzu: \"Wir haben ja oft gehört, was wir für ein schönes Paar sind - das hat sich wohl die verantwortliche Werbeagentur auch gedacht.\"
Der erneute Anruf für ein Fotoshooting verblüffte die beiden schon, aber sie waren dennoch gleich bereit, mitzumachen. Und so fuhren sie an einem sehr windigen Septembertag, wie sie sich noch sehr gut erinnern, zum Kloster Eberbach in den Rheingau. Dort mussten sich die beiden noch einmal in Hochzeits-\"Schale\" werfen, mit ihren eigenen Kleidern, die sie erst einen Monat zuvor in der Sonnenberger Thalkirche getragen hatten.
\"Es wurde ein Riesenaufwand betrieben\", erinnert sich Sarah Stockhausen. Friseur und Make-Up-Stylisten kümmerten sich um die beiden - und dann ging es los: \"Brille auf, Brille ab, Zeitung hoch, mehr links, mehr rechts - mir sind zum Schluss schon beinahe die Arme abgefallen\", grinst Marten Stockhausen, dem es aber dennoch viel Spaß gemacht hat. Nach drei Stunden sei das Motiv dann im Kasten gewesen. \"Wir sind dabei auch erstklassig verpflegt worden\", lobt Marten Stockhausen das Team.
Der Sonnenberger hat seine Frau übrigens im Urlaub am Genfer See kennengelernt, sie stammt aus Herne in Westfalen, hat sich aber in Wiesbaden bereits hervorragend eingelebt. Die beiden betreiben alle Arten von Wasser- und Wintersport gemeinsam, tanzen und spielen Poker. Und mit seinem soeben eröffneten Leuchten-Laden hat sich der langjährige Einrichtungs-Profi Marten Stockhausen endlich in die lang ersehnte Selbstständigkeit gewagt. In einem schönen Fachwerkhaus, das seinen Eltern gehört, fühlt er sich im hell erleuchteten Geschäft richtig wohl.
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