Bericht - Vorrang für Radler und Flanierer


Den Autoverkehr vom Rheinufer abzuziehen und auf die drei Stadtkern nahen Parkplätze Weinhohle, Kilianscenter und Parkplatz am Schwimmbad zu leiten, ist die Voraussetzung, um das Rheinufer attraktiv zu gestalten. Das ist bisher nicht umstritten. Diesen Schritt will Bürgermeister Kunkel im Frühjahr als ersten mit einem Parkleitsystem tun. Bis dahin muss aber die Parkregelung am Kilianscenter stehen. Zudem muss eine Straße den oberen mit dem unteren Schwimmbadparkplatz verbinden. Die Kosten werden auf 75000 bis 100000 Euro geschätzt. Derzeit werde dazu eine Vorlage erarbeitet. Steht die Verbindung, dann könnte die Josef-Hölzer-Straße geschlossen und als Flaniermeile ausgebaut werden. Bis Saisonbeginn im nächsten Jahr möchte der Bürgermeister auch einen neuen Pavillon am Ufer gebaut sehen, in dem sowohl die KD-Verkaufsstelle wie eine Außenstelle der Tourist Information untergebracht werden soll. Wie berichtet, möchte die neue Pächterin der Rheinhalle, die \"11te Generation GmbH\" des Köche Consortiums, den bisher dort angesiedelten KD-Verkaufsraum für die Vergrößerung des Lokals nutzen. Die Rheinhalle soll ebenfalls bis Saisonbeginn umgebaut sein. Als Standort für den Pavillon ist der kleine Parkplatz am Ende der Platanenallee am Platz von Montrichard Richtung Burg angedacht. Diese Pläne hat der Bürgermeister auch der zuständigen Denkmalpflegerin Gisela Kniffler vorgestellt. Es müsse untersucht werden, so Kniffler, \"ob man den Pavillon in einer Pergola verschwinden lassen könnte\". Sie stieß sich auch am Kühlwagen, der ständig neben dem Weinstand parke. \"Die Rheinufergestaltung muss sorgfältig geplant werden, da kann nicht jeder machen, was er will,\" mahnte die Fachfrau. Als \"Verschandelung des historischen Gebäudes\" sieht Gisela Kniffler den Wintergarten, den die neuen Pächter der Rheinhalle direkt an der Rheinfront hinter dem Gebäude planen. Der Wintergarten könnte ihrer Ansicht nach genauso gut an der Rheinfront vor dem Ausflugsgarten der Rheinhalle gebaut werden. All das müsse in einem Rheinufer-Konzept geregelt werden. Relativ weit gediehen sind laut Bürgermeister die Pläne für die Grünaue in Hattenheim, die bereits dem Naturschutzbund vorgestellt wurden. In dem Naturschutzgebiet soll ein Naturerlebnispfad mit Informationstafeln entstehen, der möglicherweise bis zum nächsten Sommer verwirklicht werden könnte. Gedacht ist an einen Aussichtspunkt aus Holz als Vogelbeobachtungsstelle, wo Informationsbüchlein und Fernglas ausgeliehen würden. Parallel dazu ist geplant, dass der Eltviller Förster Informationstafeln am Rheinsteig aufstellt. Am Hattenheimer und Erbacher Rheinufer denkt Bürgermeister Kunkel ans Pflanzen von Schwarzpappeln, die die historischen Bäume am Leinpfad gewesen seien. Am alten Anleger und am Weinprobierstand könnten Tische und Bänke etwa für Radfahrer aufgestellt werden. Geregelt werden muss noch die gastronomische Nutzung der Eltviller Burg. Der Leiter der Burghofspiele, Bruno Brogsitter, sieht das, wie berichtet, kritisch. Der Magistrat wolle ein Theater in der Burg erhalten, betonte deshalb Kunkel. Er legt Wert auf eine vertragliche Regelung mit Brogsitter, die bisher aber noch nicht zustande kam.

Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de