Bericht - Wir beschützen das Schmuckstück


Bevor Bürgermeister Patrick Kunkel und Landrat Burkhard Albers den sanierten Sportplatz am Wiesweg offiziell freigaben, wetteiferten sie mit gut 30 Vertretern von Stadt, Kreis, Vereinen und Schulen erst mal im Torschießen auf dem neuen Kunstrasen. \"Für uns wurde ein Traum wahr, wir sind sehr glücklich, das Spielfeld ist wunderbar\", jubelte Vorsitzender Georg Spreuer von der 300 Mitglieder starken Spielvereinigung Eltville 1922. Stellvertreter Günther Weisel war sich sicher, dass der Verein mit dem Kunstrasen jetzt mehr als die bereits 220 aktiven Kinder und Jugendlichen anlocken wird. \"Wir werden das Schmuckstück beschützen\", versprach auch Otcu Abdullah vom 30 Jahre alten türkischen Fußballverein Bosporus. Er verriet: Die 35 Bosporus-Mitglieder würden bis spätestens Anfang 2008 vor dem Vereinsheim der Spielvereinigung ein Häuschen als Geräteraum und Grillwurstverkauf bauen. Beide Vereine werden den Platz am Sonntag mit einem Reservespiel einweihen, bevor die Spielvereinigung gegen Rüdesheim zum Heimspiel antritt. Seit Jahren hatten die Fußballvereine, der Turnverein und die Schulen um eine Erneuerung der 27 Jahre alten Sportanlage mit Hartplatz, 100-Meter-Hartbahn, Weitsprunggrube und Hochsprungmatte gebeten. Doch erst als der Landkreis beschloss, wegen der neuen Oberstufe des Gymnasiums ein Viertel der Baukosten zu übernehmen, konnten im Juni die Bauarbeiten beginnen. Im Rheingau gibt es ansonsten nur in Lorch und Geisenheim Kunstrasenplätze und sogar nur in der Lindenstadt ebenfalls eine Kampfbahn C. So glücklich auch Bürgermeister Kunkel über die neue Sportanlage ist, angesichts der großen Investition gab er zu: \"Uns blutet das Herz.\" Drei Viertel der 1023000 Euro schulterte die Stadt. Der größte Batzen entfiel laut Kunkel mit 870000 Euro auf den eigentlichen Sportplatz. Die Flutlichtanlage kostete 22500, die Planung 66000 Euro. Hinzu kämen jetzt noch 17500 Euro für die Bepflanzung, 25000 Euro zur Renaturierung des Sülzbachs als Ausgleichsmaßnahme und 22000 Euro für die Anschaffung von Pflegegerät. Kunkel betonte, dass die vom örtlichen Landschaftsarchitekten Andreas Scholtissek geplante Anlage allen Eltvillern und vor allem den Kindern zu gute komme. Nur \"weil wir hier den größten Schulstandort im Rheingau-Taunus-Kreis haben\", habe der Kreis als Schulträger die Anlage mitfinanziert, bestätigte Landrat Albers. Zur Finanzierung will der Kreis, ebenso wie beim Realschulneubau, den Erlös aus dem Verkauf der Peter-Jordan-Schule nutzen. Der Schulsport sei zwar trotzdem \"noch weit weg\" von der dritten Wochenstunde, aber der Landrat stellte den Bau einer neuen Turnhalle für 2010/2011 in Aussicht. Normalerweise baue der Kreis Sportanlagen und die Stadt nutze sie. \"Hier ist es umgekehrt\", so Albers.

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