\"Viele Aromen und Harmonie\" erwartet Klaus-Peter Keßler vom Jahrgang 2007. Der Präsident des Rheingauer Weinbauverbands freut sich auf den \"hoch qualitativen\" Riesling, der ab Frühjahr in die Flaschen kommt. Denn der ungewöhnlich lange Reifeprozess ermöglichte einen Säureabbau und zugleich erstaunliches Ansteigen der Mostgewichte, unterstrich Keßler bei der gestrigen Bilanz des Jahrgangs 2007 im Hochheimer Weingut \"Rebenhof\".
Der Sommer, den viele als mäßig empfanden, war für die Winzer Gold. \"Wir sind wunschlos glücklich\", bekräftigte auch Otto Guthier, Vorsitzender des Weinbauverbands Bergstraße. Vor allem erregt der noch junge Jahrgang mit folgendem ordentlich Aufsehen: Der 2007er verfügt nicht nur über Klasse, sondern auch über Masse. Wie der hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel prognostiziert, liegen die Erträge etwa zehn Prozent über dem langjährigen Durchschnitt von 78,7 Hektoliter pro Hektar. Die Mostgewichte zeigen, dass beim Riesling rund zehn Prozent der Ernte für Qualitätsweine und rund 90 Prozent für Prädikatsweine geeignet seien. Beim Spätburgunder liege das Verhältnis etwa 15 zu 85. Der Minister zeigt sich erleichtert: \"Allein wegen der Weinmarktreform brauchen die Winzer eine hochwertige und ausreichende Rückendeckung im Weinkeller.\"
Das warme Aprilwetter, der zurückhaltende Sommer und das trockene Erntewetter im September ließ die Trauben sehr lange reifen. Hinzu kam, dass die Traubenentwicklung bereits, wie im Referenzweinberg des Weinbauamts Eltville am 25. Mai, sehr früh einsetzte. Es war die früheste Blüte seit Beginn der Aufzeichnungen des Weinbauamts im Jahr 1955. Hohe Regenmengen in den folgenden Wochen stellten laut Dietzel an die Winzer hohe Anforderungen, die Pflanzenschutzmaßnahmen bodenschonend durchführen mussten.
Der Reifebeginn lag beim Müller-Thurgau am 16. Juli, beim Spätburgunder am 31. Juli und beim Riesling am 3. August. Nach der \"Turbo\"-Lese in 2006, als schwül-warmes Wetter und Regen die Trauben faulen ließ, mussten sich in diesem Jahr bei idealen Wetterbedingungen im September die Winzer in Geduld üben. Zögerten sie die Ernte hinaus, wurden sie mit einer weiteren Zunahme an Beerenaromen reich belohnt.
Weintrinker, die wegen der vollen Keller mit, wenn auch nicht sinkenden, so doch stabilen Preisen rechnen, werden höchstwahrscheinlich enttäuscht. Die Verbraucher müssen tiefer ins Portemonnaie greifen. Davon geht der Vorsitzende des Bergstraßen-Weinbauverbands Otto Guthier aus und nannte als Grund die gestiegenen Energiekosten.
Mit 22 Euro Eintritt sind wiederum Besucher der Hessischen Landeswein- und Sektprämierung am Samstag, 17. November, im Kloster Eberbach dabei. Dann kommen auf die Tische preisgekrönte 150 verschiedene Weine und Sekte von 48 Betrieben aus den hessischen Anbaugebieten. Zum ersten Mal können Besucher mit einem kostenlosen Bustransfer ab dem Wiesbadener Hauptbahnhof zum Kloster fahren.
Näheres zur Landeswein- und Sektprämierung im Internet unter www.weingenuss-im-kloster.de. Für die Tickets ist eine Hotline unter 069/1340400 geschaltet. Der Bus-Shuttle pendelt im 30-Minuten-Takt ab 13.30 Uhr.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de