Bericht - Brückenschlag in ferne Länder


Folklore hatte Angelika Seip, Kreischorleiterin und Moderatorin der Festveranstaltung in Bad Schwalbach, als Motto des Festabends vorgegeben, war doch die Trilogie der Geburtstagsfeiern im Saal der Casinogesellschaft in Wiesbaden, in der Basilika von Kloster Eberbach und nun im Kurhaus mit \"Wir schlagen Brücken\" überschrieben. Das lässt sich natürlich nach allen Seiten hin interpretieren: zum Sangesbruder und zur Sangesschwester, zum benachbarten Chor, zum benachbarten Sängerkreis und in die große, weite Welt. Vom Liedgut aus deutschen Landen führte die Chorgemeinschaft Walluf nach Irland und England, der Gesangverein 1889 Kemel in die Berge Italiens und mit dem Sehnsuchtslied \"Shenandoah\" nach Amerika. Afrika hatte sich die \"Eintracht\" aus Panrod erkoren, nach England entführten die Taunussteiner \"Aartallerchen\" die Zuhörer, nach Italien und noch einmal nach Amerika die Sängervereinigung Breithardt. Jeweils drei Lieder hatten die zehn auftretenden Chöre im Repertoire, so dass sich ein Eindruck davon gewinnen ließ, wie engagiert geprobt und vorbereitet wurde. Schwedisch singen hatte sich der Gesangverein \"Frohsinn 1859\" neben Englisch ins Repertoire geschrieben, nach England, Irland und Amerika zog es die \"Liedertafel\" Hallgarten. Russland, Schweden und Italien bildeten für die Sängervereinigung 1863 Wörsdorf die Favoriten, nach Schweden, Spanien und die Ukraine zog es den Frauenchor \"Cantando Cantabile\", nach Afrika, Mexiko und Italien die Chorgemeinschaft Rambach/Auringen/Wallau. Stimmlich stark und personell gut aufgestellt konnte es da schon eng werden auf der Bühne oder zu Beginn im Saal, so dass Gerhard Hofe, Vorsitzender des Sängerkreises Untertaunus, zum Nachrücken ermunterte, sobald ein weiterer Chor zur Bühne strebte. Natürlich hing das Raumproblem mit der personellen Ausstattung dieser Geburtstagsveranstaltung zusammen, waren doch Nachbarvereine mit eingespannt, der personifizierte Brückenschlag eben. Im Juni 1947 hatten sich zehn Vereine zu einem Sängerkreis zusammengeschlossen, was Landrat und Schirmherr Burkhard Albers im nachhinein als weise Entscheidung zur Bündelung der Kräfte lobte. Rund 7000 sangesfreudige Mitmenschen fasst der Sängerkreis Untertaunus, rund 3500 sind es im Rheingau. Für den Landrat Anlass, deren Leistung und Beitrag zur Kultur zu würdigen wie auch die Vorstandsarbeit, komme diese doch der Leitung eines kleinen Unternehmens nahe. Schirmherr Albers: \"Ich bin zwar ohne Schirm gekommen, aber mit Scheck.\" Nicht viele Worte wurden gemacht, um dem Gesang Raum und Zeit zu geben, den Zuhörern, mit den Interpreten auf Reisen zu gehen, den Brücken zu folgen, dorthin, wo andere Völker und deren Volkslieder zu Hause sind und von einer anderen Heimat künden, jeweils vorgestellt und charmant angesagt von Moderatorin Angelika Seip.

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