Bericht - Ausblick auf Landeswein- und Sektprämierung


„Ein Wunschjahrgang konnte in die Keller eingefahren werden und das gelang, obwohl die Wetterereignisse sich durchaus nicht an den langjährigen Mittelwerten der einzelnen Vegetationsmonate und Wachstumsphasen orientierten. Dabei ist die gute Traubenernte den Winzern durchaus nicht einfach in den Schoß beziehungsweise das Fass gefallen - vielmehr waren Umsicht und fachmännische Entscheidungskraft notwendig, um dieses gute Ergebnis zu erzielen“, erklärte heute der Hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel anlässlich der Bilanz des Weinjahrganges 2007 in Hochheim. Die Erträge liegen nach dem ersten Überblick etwa 10 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt von ca. 78,7 hl/ha. Die Mostgewichte zeigen, dass beim Riesling ca. 10 Prozent der Ernte für Qualitätsweine (Q.b.A.) und ca. 90 Prozent für Prädikatsweine geeignet sind. Beim Spätburgunder ist das Verhältnis etwa 15 zu 85. „Insgesamt war es endlich wieder einmal ein Jahrgang, der dem Winzer sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht alle Möglichkeiten eröffnet. Dies kann der hessische wie der gesamte deutsche Weinbau gut gebrauchen, um sein Ansehen und seine gute Position beim Verbraucher im Wettstreit mit den ausländischen Weinen weiter zu festigen und zu behaupten“, betonte der Minister. Gerade in den gegenwärtigen Zeiten, die durch die intensive Diskussion der von der EU vorbereiteten Weinmarktreform geprägt sind, brauchten die Winzer eine qualitativ hochwertige und quantitativ ausreichende Rückendeckung im Weinkeller. Gleichzeitig nutzte der Minister die Gelegenheit, auf die im Rahmen der Landeswein- und Sektprämierung 2007 ausgezeichneten Weine und Sekte der früheren Jahrgänge hinzuweisen, die anlässlich der öffentlichen Präsentation am Samstag, den 17. November 2007, im Kloster Eberbach vorgestellt werden. An diesem Tag erfolgt auch die Auszeichnung und Ehrung der sechs Staatsehrenpreisträger und die Bekanntgabe der Landessieger. Hintergrund: 1. Verlauf des Weinjahres 2007 Obwohl der vergangene Winter sehr warm war, konnte doch am 26. Januar 2007 bei -8 bis -10 °C Eiswein geerntet werden. Die Mengen, die in drei Weingütern geerntet wurden, waren allerdings extrem gering. Die Ausgangssituation der Reben im Frühjahr gestaltete sich sehr positiv: Der Regenüberschuss von Januar bis März von 50 l/m² kam zum Auffüllen des Bodenvorrates sehr gelegen. Durch einen warmen März und den bisher wärmsten April mit zehn Sommertagen (Monatsmittel 14,2 °C, 30 jähriges Mittel 9,5 °C) verzeichneten wir einen extrem frühen Austrieb. Mit dem 14. April 2007 lagen wir auf einem Niveau mit den Jahren 1974 und 1981, beide allerdings im weiteren Vegetationsverlauf keine Überflieger. Ab Anfang Mai schritt die Rebentwicklung auf Grund der kühleren Temperaturenlangsamerer voran, was den Winzern jedoch gelegen kam. In der 2. Maihälfte kam rechtzeitig vor Blühbeginn der Sommer zurück. Im Referenzweinberg des Weinbauamtes Eltville wurde am 25. Mai Blühbeginn beim Riesling registriert. Es war die mit deutlichem Abstand früheste Blüte seit Beginn der Aufzeichnungen des Weinbauamtes im Jahre 1955 (langjähriges Mittel: 19. Juni). In den guten Lagen war die Blüte an Pfingsten (27./28. Mai) durchlaufen. In ungünstigen Lagen kam es allerdings in den auf Grund der kühleren Witterung zum Monatsende zu Verrieselungen. Die örtlich sehr unterschiedlichen, im allgemeinen jedoch hohen Regenmengen der folgenden Wochen stellten an die Winzer hohe Anforderungen, die notwendigen Pflanzenschutzmaßnahmen zielgerichtet zum optimalen Zeitpunkt und dabei ressourcenschonend und vor allem bodenschonend durchzuführen. So fielen von Mai bis Juli hier in Hochheim 310 l/m², während es in Lorch lediglich 161 l/m² waren. War das erste Halbjahr durchschnittlich um 3,0 °C zu warm, so begann das 2. Halbjahr mit durchschnittlich 16,7 °C deutlich zu kühl. Allerdings führte die extreme Wärme am 15. und 16. Juli mit Temperaturen von 34 ° bis 36,5 °C zu starken Schäden in den Weinbergen durch eine Überhitzung in den Beeren, die teilweise oder oft ganz abstarben. Ursache dafür dürfte ein Zusammentreffen von sehr guter Wasserversorgung, der rasanten Umstellung von eher kühlem auf heißes Wetter sowie die sehr niedrige Luftfeuchte gewesen sein. Im Hochheimer Raum waren die Schäden am größten, allerdings in der Ausprägung auch sehr unterschiedlich nach Rebsorte und Zeilenausrichtung. Riesling war stärker betroffen als Spätburgunder und Nord-Süd gezeilte Anlagen stärker als Ost-West gezeilte Weinberge. Wer kurz vorher seine Weinberge in der Traubenzone stark entblätterte, hatte enorme Schäden zu verzeichnen. Positiv für diese Zeit ist zu vermerken, dass Hagel trat zwar einige Male, jedoch nur sehr regional und ohne größere Schäden zu verursachen, auftrat. Der Reifebeginn: bei Müller-Thurgau am 16. Juli, der Spätburgunder folgte am 31. Juli und der Riesling am 3. August sowie auch später der Beginn der Lese wurden früh registriert. Da der August bezüglich Wärme und Sonneneinstrahlung fast exakt dem langjährigen Mittel entsprach, hatten wir allerdings auch den gewünschten langen Reifeverlauf mit stabilen Säurewerten. In dieser Phase war nach den Erfahrungen der sehr kurzen und hektischen Ernte des vergangenen Jahres die Geduld der Winzer besonders gefordert. Viele werden sich an die ungünstigen Bedingungen 2006 erinnern. Anders in diesem Jahr: Die meist niedrigen Nachttemperaturen im September sorgten mit dafür, dass die Trauben lange gesund blieben. Die idealen herbstlichen Bedingungen bis weit in den Oktober hinein veranlassten viele Winzer, die Lese hinauszuzögern. Sie wurden dafür mit einer weiteren Zunahme an Beerenaromen reich belohnt. Um den 25. September wurden bereits die ersten Beeren- und Trockenbeerenauslesen geerntet. Die Erträge liegen nach dem ersten Überblick etwa 10 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt von ca. 78,7 hl/ha. Die Mostgewichte zeigen, dass beim Riesling ca. 10 Prozent der Ernte für Qualitätsweine (Q.b.A.) und ca. 90 Prozent für Prädikatsweine geeignet sind. Beim Spätburgunder ist das Verhältnis etwa 15 zu 85. 2. Landeswein- und sektprämierung 2007 Mit der Landeswein- und sektprämierung unterstützt die Hessische Landesregierung die Aktivitäten der Winzer im Leistungswettbewerb von der ressourcenschonenden Pflege im Weinberg über den verantwortungsvollen Ausbau im Keller bis zur Vermarktung ihrer hochwertigen Qualitätserzeugnisse. Gleichzeitig eröffnet die nach strengen Maßstäben einer Fachjury getroffene Beurteilung der Weine und Sekte den Verbrauchern eine wichtige Orientierungshilfe hinsichtlich des Leistungsstandes des heimischen Weinbaus und seiner Produkte. Sie dient wesentlich dem Dialog der Produzenten mit ihren Kunden und fördert damit gleichzeitig Qualitätsstreben und Absatzsicherung. Teilnahmeberechtigt sind natürliche und juristische Personen der Weinwirtschaft einschließlich der Sektkellereien, soweit sie Weine und Sekte b.A. selbst herstellen bzw. herstellen lassen und ihren Hauptwohnsitz im Land Hessen haben. Prämierungen: Im Jahr 2007 haben sich über 200 Betriebe mit 1587 Weinen/Sekten an der Prämierung beteiligt. Dabei konnten 506 Goldprämierungen (31,89 %), 592 mal Silber (37,30 Prozent) und 282 mal Bronze (17,77 Prozent) vergeben werden. 207 Weine/Sekte blieben ohne Auszeichnung (13,04 Prozent). Staatsehrenpreise: Für die besten Leistungen bei den Landeswein- und -sektprämierungen werden - im Anbaugebiet Rheingau je eine Ehrenplakette an: Betriebe bis 5 ha bestockter Rebfläche, Betriebe über 5 ha bis 10 ha bestockter Rebfläche, Betriebe über 10 ha bis 18 ha bestockter Rebfläche, Betriebe über 18 ha bis 35 ha bestockter Rebfläche, Betriebe über 35 ha bestockter Rebfläche, - im Anbaugebiet Hessische Bergstraße eine Ehrenplakette verliehen. Landessieger: Die mit einer Preismünze in Gold ausgezeichneten Weine und Sekte b.A. können im Anbaugebiet Rheingau zusätzlich an dem Wettbewerb „Landessieger Rheingau“ teilnehmen. Es sind die folgenden Kategorien ausgeschrieben: I. Riesling trocken (tr.) letzter Jahrgang II. Riesling halbtrocken (htr.) letzter Jahrgang III. Riesling 5 Jahre und älter IV. Spätburgunder Rotwein (tr.) 2 Jahre und älter V. Spätburgunder Weißherbst (tr./htr.) letzter Jahrgang VI. Sekt b.A. alle Jahrgänge Verleihung der Auszeichnungen: Die o. g. Gold-, Silber- und Bronzeprämierungen werden den Teilnehmern unmittelbar nach Abschluss des Prüfverfahrens mitgeteilt. Die Bekanntgabe der Landessieger und der Staatsehrenpreisträger erfolgt anlässlich der jährlichen Präsentationsveranstaltung, die in diesem Jahr unter dem Motto „Weingenuss im Kloster“ am 17.November 2007 stattfindet. Die Veranstaltung wird durch ein weinbauliches Rahmenprogramm ergänzt und von der HessenAgentur vorbereitet und durchgeführt.

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