Der mögliche Umzug des Rheingau Musik Festivals (RMF) nach Eltville und dessen Finanzierung hat die FDP per Antrag zum Thema im Stadtparlament gemacht. Die Deckelung der Kosten für die Stadt wurde aber einstimmig vertagt bis konkrete Informationen vorliegen.
Ziel des FDP-Antrags war es, dass das Stadtparlament den RMF-Umzug in die Staatsweingüter-Gebäude an der Schwalbacher Straße zwar begrüßt, als einmalige Umzugsunterstützung aber nur 250 000 Euro genehmigt. Ein ähnlicher Antrag liegt auch in der heutigen Kreistagssitzung vor, wonach der Kreis lediglich 100 000 Euro zuschießen soll.
Wie berichtet, waren bei einem Gespräch mit Ministerpräsident Roland Koch und RMF-Geschäftsführer Michael Herrmann die grob geschätzten Umbaukosten von 7,5 Millionen Euro laut Bürgermeister Patrick Kunkel anders aufgeteilt worden. Demnach war das Land bereit, drei Millionen zu tragen, RMF, Stadt und Kreis sollen jeweils 1,5 Millionen Euro zahlen.
Bei derart hohen Summen hätten Bürgermeister wie Landrat zunächst das Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden suchen sollen, ärgert sich FDP-Fraktionschef Rainer Scholl. Seiner Meinung nach müsse das Land mehr zahlen, schließlich sei der Leerstand der Landesimmobilie durch den Kellerei-Neubau verursacht worden. Scholl hält es angesichts der propagierten interkommunalen Zusammenarbeit auch für diskussionswürdig, wenn Eltville der Nachbarstadt Oestrich-Winkel das RMF "abzocke".
Er finde es gut, wenn in Eltville ein großes Kunsthaus entstehe, angesichts der öffentlichen Mittel könne aber nicht nur einer Nutznießer sein, sagte der Geschäftsführer der Eltviller Burghofspiele, Bruno Brogsitter. Hier sei Gleichbehandlung angesagt, bei der nicht nur die Dimension des RMF ausschlaggebend sein könne. Es sei kein Problem, dass sich die Burghofspiele anteilig mit einem Betrag entsprechend ihrer Größe beteiligten.
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