Bericht - Sekt- und Biedermeierfest


Nur noch einmal schlafen, ausruhen und Energie tanken, dann heißt es für Anna-Maria Mucke wieder Kleidchen an, Krönchen sitzt - und ab auf die Bühne. Die Eltviller Weinkönigin freut sich schon seit Wochen auf das Sekt- und Biedermeierfest am Eltviller Rheinufer: "Jetzt ist´s endlich soweit, und ich hab viel vor!" Schon seit 2004 trägt Anna-Maria die Krone der Eltviller Weinmajestät, zuvor konnte sie ein Jahr als Prinzessin üben. "Ich bin leidenschaftlich Weinkönigin, ich fühle mich so wohl in meinem Amt", lacht die Weinhoheit und deutet auf das Programmheftchen, das die einzelnen Highlights des Eltviller Sektfests aufzeigt. "Für mich beginnt das Sektfest schon am Donnerstag mit dem Serenadenabend. Diese Veranstaltung gibt dem Sektfest den klassischen Rahmen. Man kann sich mit den Bläsersolisten des Gewandhauses zu Leipzig wunderbar auf das Wochenende einstimmen." Die gebürtige Eltvillerin ist von der Wiege auf mit dem Weinbau verbunden, ihre Großeltern führen ein Weingut in Kostheim. So verwundert es nicht, dass Anna-Maria bereits als Kind von dem Amt der Weinkönigin träumte. Heute lebt sie ihren Traum und ist nach wie vor begeistert: "Das Weinköniginnen-Amt ist mein allererstes Hobby, es hat absolute Priorität, und es macht mir wahnsinnig viel Spaß." Obwohl sie zur Saison jedes Wochenende auf einem der regionalen Weinfeste unterwegs ist, geht ihr nie die Puste aus. "Man lernt viele Menschen kennen, man erlebt viel Kultur und entdeckt immer neue Regionen. Das ist sehr spannend." So reiste die Eltviller Weinkönigin mal eben übers Wochenende nach Berlin in die hessische Landesvertretung zu einer Schlender-Weinprobe, gern auch in die französische Partnergemeinde Montrichard oder nach Passignano, der italienischen Partnergemeinde Eltvilles. Anna-Maria schwärmt: "Es ist immer so schön, wenn ich nach Montrichard komme und sehe, wie sich die Menschen dort über meinen Besuch freuen. Und auch in Italien wird man so herzlich aufgenommen." Am diesem Wochenende freut sich Anna-Maria ganz besonders darauf, alte Bekannte wiederzutreffen. Die Franzosen sind eigens für das Sektfest nach Eltville gereist und werden dort ihre regionalen Weinspezialitäten präsentieren. "Das ist toll, man kommt an den Stand und wird gleich freudig begrüßt. Da kommt man ganz schnell wieder ins Gespräch miteinander", weiß die Weinmajestät. Der Fest-Freitag beginnt für Anna-Maria am späten Nachmittag. Dann begrüßt sie nahe der Festbühne ihre Kolleginnen, die Weinköniginnen und -prinzessinnen aus den Rheingau-Gemeinden. Es gibt einen kleinen Umtrunk, und man stimmt sich auf die bevorstehenden Reden ein. "Danach schlendern wir gemeinsam übers Festgelände", erzählt Anna-Maria. Wenn die Weinkönigin von "wir" spricht, meint sie damit nicht ihre Freunde, ihre Eltern oder Arbeitskollegen, sondern ihre "kleine Wochenendfamilie". Und das sind die gesamten Rheingauer Weinmajestäten: "Bei uns gibt es einen sehr engen Zusammenhalt." Am Samstag ist die Eltviller Weinkönigin dann ganz privat mit Freunden auf dem Sektfest unterwegs. Anna-Maria lacht: "Auch wenn man privat unterwegs ist, ist man doch stadtbekannt." Inkognito ist die fröhliche Eltvillerin daher nie unterwegs, aber das bringt ein solches Ehrenamt eben mit. "Der Sonntag wird dann ganz gemütlich begangen", verrät Anna-Maria, "während ich den ganzen Montag offiziell auf dem Fest unterwegs bin." Angefangen vom Frühschoppen bis zum krönenden Abschluss, dem Feuerwerk. Doch leider sei der Montag auch schon der letzte Festtag, bedauert die Eltviller Weinmajestät, dass sie wieder ein ganzes Jahr auf ihr Lieblingsfest im Rheingau warten muss: "Für mich hört das Sektfest auf, wenn ich mit meinen Freunden unter den Platanen stehe, ein Gläschen Sekt in der Hand und das Feuerwerk genieße."

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