Bericht - Rosen


Im Burghof der Kurfürstlichen Burg zu Eltville schweiften die Blicke der Kunstfreunde von einem Rosenstrauch zu nächsten. Es gab viel zu sehen, eine verführerische Farbenpracht leuchtete in den alten Gemäuern und ein süßlich-zarter Duft umschmeichelte die Nase. Über den hellen Kiesweg schritt man weiter zur Galerie. Und dort wurde die gerade erlebte Faszination fortgesetzt. Riesige Blüten zogen die Besucher in ihren Bann. Auf Leinwänden präsentierte Georgi Takev eine Auswahl seiner Rosendarstellungen, daneben Portraits von Film- und Fernsehgrößen, Musikern und Literaten. Dem Künstler gelang es mit dem Pinsel sowohl faszinierende Persönlichkeiten wie Audrey Hepburn, Paul Mc Cartney oder "Mister Tagesthemen" Ulrich Wickert auf der Leinwand in Szene zu setzen wie auch mit einem sehr geschulten Blick die Persönlichkeit einer jeden Rose zu erfassen und darzustellen. In seinem Werk "Schutz" lässt er gar eine Weltkugel aus der Rosenblüte wachsen, die sicher umhüllt in dem rosaroten Blättermantel liegt. "Die Rose ist auch ein Symbol für die sich immer neu entfaltende Welt", erklärt der Künstler zu dem Bild. In einem warmen Gelb-Orange strahlt eine weitere Rose von der Leinwand, jedoch nicht mit aufdringlicher Schönheit, dass es den Betrachter blenden würde, sondern wohl dosiert. "Ich habe auch früher hin und wieder Rosen gemalt", erzählt Takev. "Abgesehen davon, dass die Rose die Königin der Blumen ist, reizt es mich, diese so interessante und wunderschöne Blume zu malen. Ich habe viel über Rosen gelesen, mich mit ihrer Geschichte und der ihr innewohnenden Symbolkraft beschäftigt." Der Kronberger Künstler wurde 1952 in Bulgarien geboren. Heute ist er Mitglied im Wiener Künstlerhaus und präsentiert zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Er gewann im Jahr 1985 den ersten Preis beim Kunstwettbewerb in Düsseldorf, eine Anzeigenserie des "Stern" und "Spiegel". Öffentliche Aufträge wie unter anderem die künstlerische Gestaltung der Velisy-Brücke in Dietzenbach, Wandmalerei und die Rekonstruktion der Jörg Ratgeb-Wandmalerei "Die Anbetung der Heiligen Drei Könige" im Karmeliterkloster Frankfurt am Main führte Takev aus. Seine Bilder verwandeln die Galerie mit einem Mal in ein verträumtes Dornröschen-Schloss, dass nicht nur von außen eingehüllt in die Blütenpracht ruht, sondern auch von innen heraus glänzt. "Ich arbeite viel nach Fotografien, ich Kunstlicht male aber auch direkt in der Natur. Das Spannende ist, dass sich die Rose während des Malens verändert, sie blüht weiter auf, die Blätter verändern sich bis sie schließlich verblüht", beschreibt Takev die Herausforderung. Beim Wandeln von Bild zu Bild, von Landschaft zu Porträt und Rose, liegt die süßliche Note der Rosen in der Luft, so intensiv und mächtig wirken die Darstellungen auf die Sinne der Besucher. Die Pflanzen scheinen auf den Leinwänden zu leben, zu blühen und ihren Duft zu versprühen. Ihr Ausdruck ist unvergleichlich, so realistisch sind die Blüten in ihren Feinheiten dargestellt. Jedes winzige Detail wird mit dem Pinsel in eine Farbkomposition umgesetzt. Der Künstler beschreibt seine Kunst als "Realismus mit einem Touch Symbolismus und Surrealismus." Doch liegt in seinen Werken noch eine Nuance, die man schwer fassen kann. Die Emotionen, die Takev in jedes seiner Werke legt, machen die Bilder zu einer sehr lebendigen und spannenden Kunst. Die Ausstellung ist noch bis Mittwoch, den 13. Juni, mittwochs bis freitags von 14 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr in der Galerie im Turm der Kurfürstlichen Burg zu Eltville geöffnet.

Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de