Bericht - Unvergessliche Erlebnisse


Seit Jahren sind sie in einem jeden Schuljahr zu Gast in Eltville, die französischen Gäste aus der Partnerstadt Montrichard. Beinahe ebenso lange wie die Partnerschaft der beiden Städte existiert auch der Schüleraustausch zwischen dem französischen Collège Joachim du Bellay und der Gutenberg-Realschule. Die diesjährige Visite ging am Wochenende zu Ende. Viele langjährige Freundschaften und mindestens eine Ehe haben die partnerschaftlichen Beziehungen der Wein- Sekt- und Rosenstadt mit dem mittelalterlichen Montrichard mitten in Frankreich gestiftet. Wann die grenzübergreifende Hochzeit geschlossen wurde, kann Französischlehrerin Renate Eckert nicht mehr sagen. Lange sei es allemal her, die Städtefreundschaft und der Schüleraustausch bestünden ja schon eine Weile. Dass aber die Tage im Hause und in der Klasse des jeweils anderen auch die heutigen Schüler oftmals nicht unbeeindruckt lassen, davon kann sowohl der Austauschjahrgang aus dem vergangenen Sommer, als auch der aktuelle erzählen. "Meine Schüler aus dem vergangenen Jahr wollten sich gleich in den darauf folgenden Sommerferien wiedertreffen und auch in diesem Jahr machen einige auf ihrem Weg in den spanischen Familienurlaub bei ihren Freunden in Frankreich Station", erzählte Eckert während im Hintergrund bereits der Grill für das gemeinsame Abschiedsessen angefeuert wurde. Nach knapp einer Woche am Rhein machten sich die 18 jungen Franzosen mit ihren Lehrerinnen wieder auf den Weg gen Heimat. Allerdings sollte der Abschied auf beiden Seiten nur von kurzer Dauer sein, denn schon in 14 Tagen heißt es für die Eltviller Achtklässler Koffer packen, denn dann startet der Reisebus zum Gegenbesuch. Etwa die Hälfte ihrer Schüler hat Deutschlehrerin Ghislaine Guillot mit in den Rheingau gebracht. Die Schwierigkeit hierbei: In Frankreich lernen immer weniger Kinder Deutsch als Fremdsprache. Somit schrumpft auch die Teilnehmerzahl in Sachen Austausch ins Nachbarland stets weiter. "Früher waren wir mal doppelt so viele", erinnerten sich die beiden Lehrerinnen. Doch Probleme bereite die nun kleinere Truppe eigentlich hüben wie auch drüben keine. "Die Teilnehmerzahl ist seit längerem stabil, hat sich so zu sagen ganz gut eingependelt", sagte Eckert. Und sie fuhren gestern mit unvergesslichen Eindrücken retour. "Besonders die Besichtigung von Mainz war sehr schön", berichtete Deutschlehrerin Guillot. Daneben wanderte die deutsch-französische Schar in trauter Eintracht durch den Hessenpark, besichtigte die Saalburg und verbrachte unter anderem einen Schulvormittag gemeinsam in den Klassen. Überrascht waren beide Seiten, wie unkompliziert die Verständigung klappte. "Da hatten wir fast gar keine Probleme", erzählte Gastgeberin Sara Hohendahl und auch ihr Klassenkamerad Marius Büger schien überzeugt: "Die Kontakte wollen wir später per Email auf jeden Fall aufrechterhalten", erklärte der Achtklässler.

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