Im Wasserverband Oberer Rheingau wird gegenwärtig darüber beraten, wie die Versorgung der neuen Staatsweinkellerei am Steinberg künftig organisiert werden soll, berichtet der Verbandsvorsteher, der Wallufer Bürgermeister Manfred Kohl. Es geht um die grundsätzliche Frage, ob vom Hattenheimer Hochbehälter eine neue Leitung zum Steinberg gebaut werden muss. Ein Knackpunkt dabei: Wer trägt die Kosten?
Die Staatsweingüter GmbH habe schon im Bauantrag eine Alternative zur Wasserversorgung berücksichtigt, falls diese nicht über Kloster Eberbach sichergestellt werden könne, berichtet Geschäftsführer Dieter Greiner. Eine Verbindung über den Hochbehälter Hattenheim sei in der Baugenehmigung "als zweite Option mit dabei".
Kloster Eberbach, das den Verband mit Betriebsführung seiner Wasserversorgung betrauen will, kann sich selbst aus einem Brunnen und einer Schürfung mit Wasser versorgen, sagt Sebastian Kratz, der kaufmännische Geschäftsführer des Verbands. Bisher konnte immer noch Wasser an den Verband abgegeben werden. Da die Trockenphasen aber zunehmen, sei mit einem Rückgang der Wassergewinnung zu rechnen, wie übrigens im gesamten Rheingau. Die Staatsweingüter könnten nicht riskieren, irgendwann einmal in eine Phase zu geraten, in der das Wasser nicht ausreiche. Die bestehende Leitung sei zudem zu klein dimensioniert, um Druck aufzubauen.
Eine große Lösung sieht nun eine Ringleitung zwischen dem Verbandsnetz, Steinberg und Kloster Eberbach vor. "Das Thema ist sehr komplex", sagt Verbandsgeschäftsführer Kratz. Denn die Domäne Neuhof brauche auch eine neue Anbindung "zu Löschwasserzwecken".
Es bestehe "keine Turbo-Eile", sagt Dieter Greiner. Denn es sei nicht mehr zu schaffen, dass die Ernte 2007 schon in der neuen Kellerei angeliefert werden könne. Bei der Kostenfrage hält sich Greiner bedeckt und verweist auf ein Gesamtkonzept und weitere Gespräche mit dem Verband.
Die Stadt Eltville ist zwar Mitglied im Wasserverband Oberer Rheingau, die neue Staatswein-Kellerei liegt aber im Außenbereich, wo sich der Verband nicht unbedingt in der Finanzierungspflicht sieht.
Für die Versorgung komme nur das alte Wasserwerk am Deutelsberg in Betracht, das die Landesregierung für die Kellerei am Steinberg reaktivieren und mit einer Pumpanlage versehen müsse, hatte die Eltviller SPD zu Beginn der Steinberg-Diskussionen erklärt. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Hannes ist klar: Die Staatsweingüter müssen die Erschließung selbst finanzieren, andernfalls "kriegt der Verband Ärger".
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de