Bericht - Grandiose Weine


Als Traditionsveranstaltung der besonderen Art gelten die VDP-Versteigerungsspitzen im Rahmen der Glorreichen Tage. Auch in diesem Jahr war der Spiegelsaal auf Schloss Johannisberg Ort des Geschehens. 19 Weine, die meisten in die Jahre gekommen und deshalb von besonderem Interesse, standen zur Verkostung bereit. Und um es gleich vorwegzunehmen, es waren grandiose Tropfen dabei - fünf von der Nahe, einer von der Bergstraße und 13 aus dem Rheingau. Christian Witte, Hausherr auf Schloss Johannisberg, führte kenntnisreich und kurzweilig durch diese Raritätenprobe. Den Reigen eröffnete eine 1989er Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Auslese von Schlossböckelheim. Ein wundeschön würziger Wein, der bis heute durch seine Säure Kraft schöpft und sich frisch präsentiert. Danach, ebenfalls von der Nahe, aus der Lage Münsterer Pittersberg ein 1997er Riesling Eiswein vom Weingut Kruger-Rumpf. Auch dieser hat ein pikante Säure verbunden mit einer dezenten Süße. Ungemein konzentriert die Dönnhoffsche Beerenauslese von 1999 von der Oberhäuser Brücke. Ein phänomenaler edelsüßer Wein von der Nahe. 60 Jahre alt und dennoch erstaunlich frisch wirkte die 1946er Schloss Johannisberger Himmelblaulack Spätlese, die goldgelb im Glas steht und mit einer knackigen Säure überzeugt. Wesentlich jüngeren Datums war die 2003er Kiedricher Gräfenberg Riesling Auslese Goldkapsel vom Weingut Weil. Der intensive Duft von exotischen Früchten wurde noch getoppt von einer beschwingten Süßlichkeit auf der Zunge. Der Wein ist schon heute unglaublich konzentriert und zeitlos schön. Als ein besonders herausragender Vertreter des Jahrgangs 1997 entpuppte sich die Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Spätlese vom Weingut Johannishof. Aus dem sehr trockenen Jahr 1971 stammte eine exzellente Berg Rottland Beerenauslese der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach. Aus dem gleichen Keller folgte dann eine Steinberger Riesling Trockenbeerenauslese von 1959, die mit 231 Grad Oechsle auf die Flasche kam und mit ihrer Würze und Mineralität einzigartig dasteht. Dieser Riesling dürfte einer der größten Weine sein, die im Kloster Eberbach lagern. Im zweiten Teil der Probe dominierten die Eisweine, Aushängeschild für deutschen Spitzenwein. Ein Feuerwerk der Sinne, betörend in der Nase und Labsal für Zunge und Seele. Die beidenVDP-Präsidenten Wilhelm Weil (Rheingau) und Armin Diel (Nahe) hoben am Ende der Veranstaltung noch einmal hervor, wie einzigartig die Bandbreite deutscher Rieslinge ist. "Das kann uns keiner nachmachen, auch die Franzosen nicht mit ihren Sauternes, und daran müssen wir auch in Zukunft festhalten, erklärte Diel unter dem Beifall der zahlreich erschienenen Weinfreunde und Winzer.

Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de