Bericht - Hessische Weine


Hessische Weine halten was sie versprechen und brauchen national wie international keine Konkurrenz zu fürchten." Selbstbewusste Worte waren es, mit denen Regierungspräsident Gerold Dieke gestern im Mönchsrefektorium von Kloster Eberbach zur Landeswein- und Sektprämierung 2006 begrüßte. Nach der Verkostung von 1 783 Weinen und Sekten, von denen 528 mit einer goldenen, 693 mit einer silbernen und 332 mit einer bronzenen Preismünze prämiert wurden, zeichnete der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel sechs Betriebe für ihre Gesamtleistung mit dem Staatsehrenpreis aus. Als "Neuling unter vielen alten Hasen" fühlte sich dabei Bettina Egert, die in der Kategorie für Betriebe mit einer Größe bis fünf Hektar erstmalig den Staatsehrenpreis für das Weingut Egert in Oestrich entgegennahm. Und angesichts des festlichen Ambientes im Klostergemäuer und der glänzend polierten Plakette verspürte sie dabei fast schon ein bisschen Oscar-Feeling, wie sie schmunzelnd bemerkte. Danken wollte Bettina Egert aber niemandem - vielmehr wandte sie sich mit Glückwünschen an ihren Mann Manfred, der es mit "viel Schweiß, Stress und Herzblut" zu dieser Auszeichnung gebracht habe. "Seine Weine sind seine Babys", erklärte die Winzersfrau lachend. Doch diese besondere Hege und Pflege führte offenbar zum Erfolg: 1999 gehörte Manfred Egert zu den ersten 15 Winzern im Rheingau, die ein "Erstes Gewächs" aus ihrem Keller hervorbrachten. Und auch für weitere Auflagen dieser edlen Tropfen ist der Grund und Boden bereitet, denn gemäß der offiziellen Klassifizierung sind 85 Prozent der Egertschen Weinberge, die sich über Mittelheim, Oestrich und Hattenheim erstrecken, als "Erste Gewächs"-Flächen deklariert worden. Die Familie wird auch im Wein- und Sektgut F.B. Schönleber in Winkel groß geschrieben: Die Brüder Ralf und Bernd Schönleber nahmen ihren zweiten Staatsehrenpreis für Betriebe zwischen fünf und zehn Hektar Größe nicht nur als Auszeichnung für den gesamten Familienverbund entgegen, sondern haben außerdem ihren als Landessieger gekürten Sekt nach ihrer Mutter benannt. Wie man den Nachwuchs für den eigenen Weinbaubetrieb begeistert, das weiß Klaus Molitor vom Weingut Karl-Johann Molitor in Mittelheim: Seine beiden Junioren durften seinen vierten Staatsehrenpreises für Betriebe mit einer Größe zwischen zehn und 18 Hektar sogar höchstpersönlich entgegennehmen. Über den sechsten Staatsehrenpreis in sieben Jahren in der Größenkategorie von 18 bis 35 Hektar freute sich das Weingut Hans-Josef Ernst in Eltville. "Erfolg verpflichtet und wir werden uns darauf nicht ausruhen, sondern kontinuierlich weiter daran arbeiten", versprach Johannes Ernst. Der Preis für Betriebe mit einer Größe von mehr als 35 Hektar ging an das Weingut Fritz Allendorf in Winkel, das noch vor 50 Jahren mit 1,5 Hektar Rebfläche ein überschaubarer Nebenerwerbsbetrieb war, und für die Bergstraße wurde die Domäne Bergstraße ausgezeichnet. Sie ist eine von insgesamt sechs Domänen der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach und mit 35 Hektar Größe ein bedeutender Repräsentant des Weinbaugebietes an der Hessischen Bergstraße.

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