Die Waldgaststätte wird gemäß Stadtratsbeschluss (die AZ berichtete) nicht mehr verpachtet, sondern per Erbbaurecht vergeben. Der künftige Betreiber, Wolfgang Bauer vom Sportpark im Gewerbegebiet, habe bereits die Schlüssel, erklärt Bürgermeister Marcus Held (SPD), auf AZ-Nachfrage. Bis 15. April 2007 müsse er die Erfüllung der Konzessionsvoraussetzungen belegen, damit der Vertrag beim Notar vorgelegt werden könne.
"Wir wollten das Gelände nicht verkaufen, weil wir ein Interesse an der gastronomischen Nutzung haben", so Held. "Und wir wollten nicht verpachten, weil die Stadt finanziell nicht in der Lage ist, die Konzessionsfähigkeit herzustellen." Eine Ausschreibung habe diesmal nicht stattgefunden, weil dies ja vor weniger als zwölf Monaten geschehen und der Markt somit bekannt sei. Damals hätten acht Pächter zur Debatte gestanden, jetzt nur zwei für eine Erbbaupacht. Von diesen wiederum habe nur einer die finanziellen Voraussetzungen erfüllt. Der künftige Betreiber wolle im Außenbereich eine erhöhte Terrasse anbringen und plane auch einen Rheinstrand. "Das ist eine Aufwertung für Oppenheim", freut sich der Stadtchef.
Die Rathofkapelle ist seit August geschlossen, wie Winzer Frank Dahlem bestätigt. Die Wiedereröffnung ist für 1. November geplant - mit Udo Mittné, der schon die Event- und Cocktailbar "Alt Oppenheim" betreibt. "Ich freue mich unheimlich", sagt der Restaurant-Fachmann, der im Mainzer Europa-Hotel gelernt hat und seit 1985 seinen Meistertitel in der Tasche hat. Er war bereits Mitgeschäftsführer eines Edel-Hotels in Offenbach und hat Erfahrung in der Bankett-Gastronomie. "Der Aspekt Küche hat mir im Alt Oppenheim immer gefehlt", erklärt der 44-Jährige. Natürlich bleibe die Event- und Cocktailbar bestehen, womöglich lasse sich durch die kurze Distanz - Mittné hat einen Fußweg von 40 Sekunden zwischen beiden Lokalen errechnet - sogar das kulinarische Angebot dort verbessern.
Neben den Erzeugnissen des Weingutes Dr. Dahlem, die im Eingangsbereich präsentiert werden sollen, werde wohl ein Kloster-Eberbach-Bräu ausgeschenkt - Bezug nehmend auf eine historische Verbindung des Weingutes dorthin, so Mittné. Für die Speisekarte komponiert er derzeit deftige und edle Leckerbissen sowie kleine Vespern zum Wein. Für die Kapelle hat der Gastronom einen Koch eingestellt, seine Frau Valeria werde in beiden Betrieben mithelfen und auch mal brasilianisch kochen.
Gourman-Platte und Kroatischer Teller bei Sascha Blum im Weinhaus Hilbig sind bald Vergangenheit: Nach 39 Jahren schließt das Restaurant in der Merianstraße. Die Nachfolge sei noch nicht geklärt, sagt die 69-jährige Restaurant-Chefin. Seit Monaten hat das Restaurant "Zum Storchen" geschlossen, laut Eichbaum-Brauerei sei es schwierig, einen neuen Pächter zu finden, berichtet Marcus Held. Nach der chinesischen Küche im früheren Weinhaus Haas am Marktplatz soll nach AZ-Informationen demnächst ein vegetarisches Restaurant eröffnen.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de