Bericht - Schöpfung im Licht


Mit einem in Südhessen erstmals vorgeführten Licht- und Klangereignis lockt die Stadt Lorsch am 2. (Montag) und 3. Oktober (Dienstag) in die katholische Kirche Sankt Nazarius. „Schöpfung im Licht“ heißt die multimediale Installation, die mit Illuminationen, Musik und Nebeleffekten biblische Schöpfungsgeschichte auf neue Art erfahrbar machen will. Die von einer CD eingespielten Texte aus der Schöpfunggeschichte, der Bergpredigt und der Offenbarung liest Christian Brückner, der deutsche Synchronsprecher des Schauspielers Robert de Niro. Veranstalter sind die Stadt Lorsch und die katholische Kirchengemeinde Sankt Nazarius, die mit dem Bistum Mainz und der Firma „Geschichte im Licht“ zusammenarbeiten. Die Vorführung ist kostenlos. Ziel sei es, die Schöpfung in einem wirklich anderen Licht darzustellen, betonte Thomas Klumb, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im Bischöflichen Ordinariat Mainz. Dabei wende sich die Veranstaltung, die kein Gottesdienst sei, nicht ausschließlich an Gläubige. Mit indirekter Beleuchtung würden Besonderheiten der Architektur herausgearbeitet, die bei normaler Beleuchtung nicht sichtbar seien. Alleine der Aufbau für die Installation, die an den Veranstaltungsort angepasst werde, dauere sechs bis sieben Stunden. Die Premiere war am 14. September 2005 im Mainzer Dom. Weitere Aufführungen sind im Wormser Dom, in Mainz und mit einer großen Freiluft-Illumination beim Hessentag 2007 in Butzbach geplant. Vorbild waren französische „Son et Lumiere“-Veranstaltungen, mit denen beispielsweise Loire-Schlösser ins rechte Licht gesetzt werden. Die auf Illuminationen spezialisierte Firma „Geschichte im Licht“ aus Lorch hat bereits das Niederwalddenkmal bei Rüdesheim, das Schloss Vollrads und Kloster Eberbach mit Licht- und Tonshows in Szene gesetzt. Die Grundproduktion für Mainz habe 18 000 Euro gekostet – samt Urheberrechten für die Bibeltexte an das Bibelwerk, so Klumb. Über die Kosten der Lorscher Veranstaltung, die unter anderem von HSE und der Sparkasse Bensheim gesponsert wird, macht die Stadt keine Angaben. „Wir wollten etwas nach Lorsch holen, was sich aus dem normalen Maß heraushebt“, erläutern Ralf Kleisinger und Jürgen Behres von der Stadtverwaltung. Mit der Veranstaltung wolle man den kulturellen Charakter von Lorsch und den geschichtlichen Hintergrund der Stadt unterstreichen, die bundesweit als Standort des Weltkulturerbes Kloster Lorsch bekannt ist. Die Illumination rege zum Nachdenken und zur Meditation an. Geworben werde mit Plakatierungen in der gesamten Region. Doch auch für das nächste Kneipenfestival am 12. Mai 2007 lägen bereits Bewerbungen vor, so Kleisinger. Eröffnet wird die Veranstaltung jeweils um 20 Uhr mit einem Orgelspiel von Thomas Adelberger beziehungsweise Monika Volk. Die Illumination beginnt um 20.30 Uhr und dauert 45 Minuten. Die Veranstalter empfehlen, frühzeitig zu kommen. Während der ersten Vorführung seien Fotografieren und Kommen und Gehen der Besucher unerwünscht, um die meditative Atmosphäre nicht zu stören. Die Zuschauer werden deshalb auch nur durch das Hauptportal eingelassen. Nach einer Pause beginnt eine zweite Vorführung gegen 21.30 Uhr, bei der die Besucher sich auf Entdeckungsreise durch die Kirche machen können.

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