Bericht - Klosterweingarten


Eine der Stationen war der ummauerte, historische Klosterweingarten der Domaine Steinberg, der heute zu den Renommierlagen der Hessischen Staatsweingüter zählt. Über den klosternahen Steinberg, den "Hausweinberg" der Eberbacher Mönche, klärte Volker Brühl, Leiter der Hessischen Gartenakademie (HGA) in Geisenheim beim Seminar "Historische Gärten" auf. Durch Rodung, Kauf, Tausch oder auch Schenkung entstand bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts die Gesamtanlage des Steinbergs. Aus dieser Zeit stammt auch die drei Kilometer lange Umfassungsmauer, die 1766 unter Abt Adolph von Salmünster zum Schutz vor Traubendieben vervollständigt wurde. Durch das Ablenken der Kaltluft gewährt das unter Denkmalschutz stehende Bollwerk dem Weinberg eine klimatische Sonderstellung. Die Bruchsteinmauer ist ein einmaliges Bauwerk in Deutschland. Ihr französisches Pendant umfasst die Zisterzienser-Weinberge des Klosters Clos de Vougeot in Burgund. Der nach Süden und Südwesten geneigte Steinberg befindet sich heute im Alleinbesitz des Hessischen Staatsweingutes Eberbach und ist mit 34 Hektar die größte zusammenhängende Weinbergsfläche des Rheingaus. Angebaut werden ausschließlich Riesling-Reben, die im Schnitt 20 bis 25 Jahre alt sind. Die ältesten Reben, die auch den besten Wein geben, sind 46 Jahre alt. Carsten Pfaff, Außenbetriebsleiter des Steinbergs, informierte die Seminarteilnehmer über die bodenschonende Weinbergsbewirtschaftung der Domaine. Sie stützt sich seit Anfang der achtziger Jahre auf alternierende Begrünung, organische Düngung, biotechnische Schädlingsbekämpfung und einen auf das Mindestmaß reduzierten Einsatz von Herbiziden, Insektiziden und Pflanzenschutzmitteln. Die Zeiten in denen der Traubenwickler-Schädling mit dem aus militärischen Giftküchen stammenden E 605 bekämpft wurde, gehören der Vergangenheit an, seitdem von BASF der für die Natur nebenwirkungsfreie Sexuallockstoff Pheromon entwickelt wurde, wie Pfaff erklärte. Die Hessische Gartenakademie als Bildungseinrichtung des Landes Hessen richtet sich mit ihrem Veranstaltungsangebot an Freizeitgärtner, Kommunen und öffentliche Einrichtungen. Die Veranstaltungen sind für alle Interessenten offen. Der Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt auf ganz- beziehungsweise mehrtägigen Seminaren und Lehrgängen.

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