Bericht - Concilium


Zu Beginn des Konzerts wurden die beiden Kontrahenten höchst vergnüglich präsentiert. In diesem Fall aber waren sie sich grundsätzlich einig: Antonio Salieri nahm mit seinen "Scherzi instrumentali" Komponisten aufs Korn, die den Formverlauf polyphoner Musik nicht beherrschten und deshalb nur "Genier-Fugen" zu Wege brachten, so Moderator Paul Angerer. Im Dormitorium von Kloster Eberbach war das Concilium musicum Wien auf Einladung des Mainzer Kammerorchesters und der Wiesbadener Mozart-Gesellschaft zu Gast und konfrontierte das akademisch angehauchte Werk Salieris mit Mozarts "Musikalischem Spaß" (KV 522). Die geniale Abrechnung des Salzburgers mit eingebildeten Stückeschreibern und Virtuosen, denen für eine ernst zu nehmende Produktion das handwerkliche und geistige Format fehlte, wurde von den Wiener Gästen forsch und mit gebührendem "Ernst" auch in den Querständen und falschen Horntönen vorgetragen, das I-Tüpfelchen war die verstiegene Kadenz, von Paul Angerer wie mit gespreizten Pfauenfedern serviert. Nach der Pause stellte er den animierten Zuhörern die Instrumente des siebenköpfigen Ensembles aus der Zeit der Entstehung der Kompositionen vor, darunter als ältestes die Bratsche aus dem Jahr 1700. In Joseph Haydns Divertimento in Es-Dur gab es dann nur noble Originaltöne zu hören, aus denen die heitere ländliche Umgebung von Schloss Esterház sprach, in den beiden Schlusssätzen dank des Einsatzes zweier Naturhörner mit einem deutlichen Anklang an Jagdmusik, wunderschön und kantabel erklang im gedämpften Serenadenklang das Adagio. Für das Finale hatte sich der agile Paul Angerer etwas Besonderes ausgedacht. Nicht weniger als sieben Kanons aus der Feder Mozarts hatte er instrumental aufbereitet, darunter auch einige, deren teils deftige Texte in "weanerischem" Jargon an die "Bäslebriefe" erinnerten. Unter sängerischer Assistenz des Auditoriums wurden diese von Angerer gekonnt musikalisch bearbeiteten Miniaturen zu einem lustigen und höchst beifällig begrüßten Ausklang des heiteren Konzerts. Die Wiener bedankten sich für den herzlichen Beifall mit einem Contredanse Mozarts und der kapriziösen Komposition eines "Anonymus", hinter dem sich Paul Angerer selbst versteckt haben dürfte.

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