Von den langjährigen Freunden aufmerksam beobachtet unterzeichneten Bürgermeister Claudio Bellaveglia und sein Amtskollege Bernhard Hoffmann die Verschwisterungsurkunde. Damit hat Eltville nach der 1963 besiegelten Partnerschaft zwischen Hattenheim und Arzens sowie Montrichard seit 1965 drei Partnerschaften. Vorbereitet wurde die Gemeinschaft in Eltville von der Interkulturellen Liga (IKL) und der Associazione Culturale Trasimeno (ACT) in Passignano mit seinem mittelalterlichem Zentrum, das nordwestlich der Stadt Perugia liegt.
Wie Bürgermeister Bellaveglia schwärmten die anderen 14 älteren und elf jungen Italiener, die in zehn Eltviller Familien wohnen, von der Gastfreundlichkeit, dem Essen, dem Wein und den Sehenswerten im "bezaubernden" Eltville und seiner Umgebung. Bellaveglia, der Eltville erstmals vor 14 Jahren besuchte, feierte die Verschwisterung als "Krönung unser Freundschaft" und war zuversichtlich, dass die mit ihr verbundenen, für Toleranz und Frieden wichtigen Eckpfeiler, auch auf die nächste Generation übertragen wird.
"Die Freundschaft wächst von Stunde zu Stunde", bestätigte Hoffmann das gute Verhältnis. Ausgerechnet der Initiator der Freund- und damit der Partnerschaft, Italiens Botschafter und IKL-Ehrenmitglied Gianfranco Facco Bonetti, fehlte zwar bei dem Festakt, war aber in allen Reden präsent: 1987 hatte Bonetti die Ähnlichkeit der Stadtsilhouetten entdeckt und eine Städtepartnerschaft angeregt. Diese Idee griff die Lehrerin Anna Maria Lentini-Fleschner auf, die 1977 aus Sizilien nach Eltville gezogen war. Sie organisierte Reisen für Eltviller nach Passignano und gründete die IKL, die sich bereits 1993 mit dem ACT verschwisterte und jetzt Stefano Baldoncine und Franz Weißenberger zu Ehrenmitgliedern ernannte. Die anderen Pioniere der Städtepartnerschaft erhielten Dankesurkunden.
Nach der "Europahymne" des Posaunenchors betonte der Schirmherr der Verschwisterung, der Europa-Parlamentarier Michael Gahler (CDU), die Bedeutung für Europa. Er dankte Maria Lentini-Fleschner und besonders auch dem IKL-Vorsitzenden Stephan Fleschner für ihren "unermüdlichen Einsatz" für die Verschwisterung zwischen den beiden Kommunen.
Mit ihrem Engagement festigten die Freunde das Fundament eines "Europas der Bürger, das Politiker allein nicht schaffen können". Nur wenn sich die Europäer "als Schicksalsgemeinschaft begreifen" ließen sich angesichts terroristischer Bedrohung, Krieg und Not in der Welt "Frieden, Freiheit und Wohlstand" sichern, betonte Gahler.
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