Die Deutsche Bahn AG prüft, ob der Nahverkehrszug, der in Geisenheim um 13 Uhr Richtung Wiesbaden abfährt und von Schülern nach der sechsten Stunde für die Heimfahrt genutzt wird, auch in Erbach halten kann. Der CDU-Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper aus Hallgarten ist dies ihren Angaben zufolge dieser Tage vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitgeteilt worden.
Die Abgeordnete war von Erbacher Eltern um Unterstützung gebeten worden und setzt sich, wie sie mitteilt, mit dem zukünftigen Eltviller Bürgermeister Patrick Kunkel (ebenfalls CDU) für deren Forderung nach einem zusätzlichen Halt ein.
Zur Zeit hält der Zug in Hattenheim und in Eltville. Ein weiterer Stopp in Erbach gegen 13.10 Uhr wie in früheren Jahren würde den Kindern einen direkten Nachhauseweg ermöglichen, erklärte Müller-Klepper zur Begründung des Vorstoßes. Derzeit müssen Kinder aus Erbach weiter bis Eltville fahren, dann mit dem Nahverkehrszug in Richtung Koblenz um 13.27 Uhr wieder zurück fahren, bemerkt dazu Kunkel.
Der RMV verweise in seiner Stellungnahme darauf, dass sich Personenzüge auf der rechtsrheinischen Bahnstrecke, die zu den hoch belasteten Verkehrskorridoren zähle, die Gleise mit dem sehr dichten Güterverkehr teilen müssten. Der Fahrplan müsse viele betriebliche Zwänge berücksichtigen. Der Regionalexpress, der in Geisenheim um 13 Uhr abfährt, halte schon zusätzlich in Hattenheim, wo sonst nur Regionalbahnen halten.
Ein weiterer Halt in Erbach sei nicht realisierbar, meint der RMV nach Müller-Kleppers Worten, da sonst die Weiterführung des Zuges nach Frankfurt nicht mehr möglich sei. Dennoch werde der Sachverhalt noch von der Deutschen Bahn AG geprüft. Der RMV weise auf ein besseres Busangebot auf der Linie 5480 hin, so dass die Schüler von Geisenheim aus Erbach auch um 13.29 Uhr mit einem Bus erreichten.
Die Abgeordnete hofft, dass die Prüfung der Bahn ein Ergebnis bringt, das den Interessen von Schülern und Eltern Rechnung trägt. Nur wenn die Verbindungen kundenorientiert gestaltet sind, werde die Rheingauer Bahnstrecke wieder von mehr Personen genutzt und in der Bevölkerung mehr akzeptiert, gibt Müller-Klepper der Bahn zu bedenken. Die Koordination mit dem Güterverkehr dürfe nicht dazu führen, dass die Personenbeförderung den Kürzeren ziehe. Die Abgeordnete wiederholt ihre Forderung, bei der Nutzung der Bahnstrecke müsse eine Rückbesinnung auf den Personennahverkehr stattfinden. Der künftige Eltviller Bürgermeister Kunkel meint, gerade beim Schülerverkehr müssten die Möglichkeiten der Bahnstrecke ausgeschöpft werden. Die Bahn sei umweltfreundlicher und schneller als der Straßenverkehr. Defizite bei den Bahnverbindungen durch eine Anpassung des Busangebots aufzufangen, könne immer nur eine Notlösung sein.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de