"Zu erblinden ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann", sagt Horst Gerle. Seit fünf Jahren verkauft der 65-Jährige zusammen mit seiner Frau Ute Ahrens Hufeisen und Bücher, um mit dem gesammelten Geld Menschen in Afrika eine Operation zu ermöglichen, die ihnen das Augenlicht wiedergibt.
Der Bücherwagen am Schiersteiner Hafen hat seit seiner Eröffnung im April 2006 bereits 2 500 Euro eingebracht, die das Ehepaar nun mit großer Freude Pfarrer Rosenbusch überreichen konnte. Die Gelder gelangen über den Freundeskreis Wiesbaden, dessen Vorsitz Pfarrer Rosenbusch seit Mai 2006 übernommen hat, zu dem Verein "africa action", der wiederum alle Spenden in die Augenklinik nach Burkina Faso weiterleitet. "In Burkina Faso kostet eine Operation 30 Euro. Für uns in Europa ist das nicht viel Geld. Es ist so einfach, einem anderen Menschen durch eine kleine Spende zu helfen", so Gerle.
Vor etwa fünf Jahren begann der pensionierte Lehrer, an seinem Gartenzaun Hufeisen zu verkaufen und die Gelder für einen guten Zweck zu spenden. Als passionierte Anhänger des Reitsports war es für das Ehepaar keine Schwierigkeit, die Glücksbringer kostenlos von den Schmieden überlassen zu bekommen. Die Idee mit den Bücherwagen kam während eines Urlaubs im Frankenland. Dort sah das Ehepaar vor einem Haus einen Tisch voller Bücher und ein Schild, das besagte, dass Spenden bitte in den Briefkasten zu werfen seien. Zurück aus dem Urlaub errichtete das Ehepaar vor ihrem Haus in Hallgarten ebenfalls einen kleinen Bücherstand. Der kleine Bücherstand ist mittlerweile zu einem Arsenal mit über 2000 Büchern herangewachsen. Die Leute spendeten so großzügig Bücher, dass auch in Hattenheim und in Rüdesheim und schließlich auch in Schierstein Bücherwagen aufgestellt wurden. Da Gerle bei sich zu Hause etwa 10 000 Bücher lagert, nutzt er mittlerweile den Verkauf über Ebay. Auf diese Weise hat der 65-Jährige rund 4 000 Bücher verkauft.
Auch Hufeisen sind bei den Bücherwagen erhältlich und Gerle und seine Frau nutzen auch sonst jede Gelegenheit, um die halbmondförmigen Glücksbringer an den Mann zu bringen. Auf dem diesjährigen Pfingstturnier kamen so 3000 Euro zusammen. Selbst im Skiurlaub hat das Ehepaar immer einen Korb voll Hufeisen dabei. "Sie werden meinen Mann eher ohne Unterhose antreffen, als dass er keine Hufeisen dabei hat", lacht Ahrens. All die Mühe hat sich bezahlt gemacht. Durch ihr vielseitiges Engagement hat das Ehepaar der"africa action" in den letzten fünf Jahren knapp 45 000 Euro spenden können.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de