Vor allem der starke Berufsverkehr aus dem Untertaunus und vom Eichberg sowie der Verkehr wegen der Veranstaltungen im Kloster Eberbach stellen die Hauptbelastungen der Kiedricher dar. Wie man dies ändern könnte, war ein Diskussionspunkt in der SPD-Veranstaltung "Gespräch beim Wein" im Bürgerhaus.
Eine Entlastung für die Anwohner der Suttonstraße sei nicht wirklich zu erwarten, da die Planung einer Umgehungsstraße in Richtung Hausen aus Kostengründen schon in den 80er Jahren gescheitert sei, sagte Bürgermeister Winfried Steinmacher. Als große Leistung der Kiedricher Winzer stellte er heraus, dass im Rahmen der Flurbereinigung die Trasse für eine Umgehungsstraße in Richtung Eichberg und Kloster Eberbach gesichert und vom Land bereits erworben wurde. Nun sei das Land am Zug, den Bau dieser Straße auch zu verwirklichen.
In dieser Hinsicht machte der Fachbereichsleiter Verkehr des Landratsamtes, Alfred Zeller, den Kiedrichern nicht viel Hoffnung. Nach seiner Kenntnis werde der Bau dieser Straße vom Land nicht mit Dringlichkeit verfolgt. In Kiedrich sei durch Verkehrsberuhigungsmaßnahmen viel für die Verkehrssicherheit getan worden, allerdings müssten die Einhaltung dieser Beschränkungen auch durchgesetzt werden.
Um Verständnis für die Belange des Klosters Eberbach warb der Geschäftsführer der Stiftung Kloster Eberbach, Markus Hebgen, der klar aussprach, dass Tourismus und Gäste auch Verkehr bedeuteten. Er sicherte aber zu, dass die Anzahl von Großveranstaltungen im Kloster auf keinen Fall steigen werde. Er wolle mittelfristig den Charakter der Veranstaltungen so gestaltet wissen, dass die Würde und Beschaulichkeit des Klosters bewahrt würden. Erste Gespräche mit Trägern des öffentlichen Nahverkehrs machten jedoch wenig Hoffnung auf einen wirksamen und akzeptierten Pendelverkehr mit Bussen zu den Klosterveranstaltungen.
In der anschließenden Diskussion klagten die Bürger vor allem über die starke Lärmbelastung durch den Verkehr. Die einen forderten die Beseitigung aller Parkbuchten, Inseln und Kreisel auf den Durchgangsstraßen, da diese nur den Verkehrsfluss störten und Lärm verursachten. Die anderen forderten deren Erhalt, da sie für die Sicherheit der Kinder beim Überqueren der Straßen wichtig seien. Weiterhin wurde eine striktere Geschwindigkeitskontrolle, auch in den 30er-Zonen, gefordert.
SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Schwed erklärte, dass seine Fraktion zwei Anträge in die Gemeindevertretung einbringen werde. Zum einen soll die Landesregierung aufgefordert werden, bald mit den Planungen für die Ortsumgehung zu beginnen, zum anderen soll der Gemeindevorstand berichten, welche Möglichkeiten es zur Verbesserung der innerörtlichen Verkehrssituation gibt.
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