Wenn in den Tagen zwischen dem 24. und 28. August die Eltviller ihre Partnerschaft mit der italienischen Stadt Passignano sul Trasimeno besiegeln, ist das aus vielerlei Gründen ein besonderes Ereignis.
Nirgendwo sonst im Rheingau ist eine Verschwisterung von derart langer Hand vorbereitet worden, haben Bürger beider Städte - und nicht die Kommunalpolitiker - den Bund geschmiedet und haben Vereinigungen, die Interkulturelle Liga (IKL) auf Eltviller Seite, und die Associazione Culturale Trasimeno (ACT) in Passignano, den Boden für diese bereits seit längerem lebendige Partnerschaft bereitet. Wenn die italienischen Gäste zu den Feierlichkeiten unter der Schirmherrschaft des Europaabgeordneten Michael Gahler an den Rhein kommen, sind sie keineswegs Fremde.
Der Geist eines Mannes wird in diesen Augusttagen sicherlich besonders beschworen, der während der Feiern im fernen St. Petersburg weilt: Gianfranco Facco Bonetti. Der damalige italienische Generalkonsul in Frankfurt hatte sich bei der Eröffnung der Buchmesse 1987 beim Betrachten eines Buchs über Passignano erstaunt über die Ähnlichkeit der Silhouetten der Stadt am Trasimener See und Eltville geäußert: "Das Ufer, die Stadtmauern, die Türme der Kirchen, die historische Altstadt". Der Gedanke an eine Städtepartnerschaft lag nahe. Fast zwei Jahrzehnte sind seitdem vergangen, Bonetti, Ehrenmitglied der IKL, ist heute italienischer Botschafter in Russland. Unstreitig aber ist er der geistige Vater dieser Verschwisterung.
Eine Urkunde schon 1993Sehr präsent wird dagegen jene Frau bei den Feierlichkeiten sein, die Bonettis Anregung damals aufgegriffen hatte: Anna Maria Lentini-Fleschner, die Vorsitzende der IKL. Gebürtige Sizilianerin, war sie 1977 als Lehrerin italienischer Eltern nach Eltville gekommen. Zunächst in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt organisierte sie Bürgerbegegnungs- und Bildungsreisen nach Passignano und unterzeichnete schon 1993 eine Verschwisterungsurkunde zwischen ihrem Verein und dem ACT. Fast jedes Jahr seitdem besuchten sich Bürger beider Städte. Doch es sollte noch elf Jahre dauern, ehe die Eltviller Stadtverordneten offiziell der Städtepartnerschaft ihren Segen gaben.
Nun soll in diesen Tagen im August in der Rosenstadt ausgiebig gefeiert werden. Zwar ist Träger der zahlreichen Veranstaltungen die IKL, sie wird aber finanziell von der Stadt Eltville, vor allem aber auch - worüber sich der Verein besonders freut - von der EU unterstützt. Damit sieht sich die Liga in ihrem Bestreben belohnt, Brücken zwischen den Ländern in Europa zu schlagen.
Bisher gab es im Rheingau nur eine einzige Partnerschaft zwischen Deutschland und Italien: Die zwischen Geisenheim und Trino, während es solche zwischen deutschen und französischen Gemeinden zahlreiche gibt. Zwei bestehen bisher bisher schon auch in Eltville. Die zur Stadt Montrichard und die vom Stadtteil Hattenheim begründete nach Arzens.
Gastgeber gefragtAnna Maria Lentini-Fleschner denkt schon weiter. Für sie ist es ein Traum, das Bündnis zu erweitern und auch Montrichard und Passignano einander näher zu bringen. Übrigens: Wer italienische Gäste aufnehmen möchte, kann sich ab sofort wenden an Stephan Fleschner, Friedrichstraße 58, Eltville, Telefon: 0171-8598591, eMail: vereinIKL@aol.com, oder an Christine Weißenberger, Amtsleiterin der Tourist-Information und Kulturamt der Stadt Eltville am Rhein, Telefon: 06123-909825, eMail: christine.weissenberger@eltville.de.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de