Bericht - Traum und Wirklichkeit


Zum "Schauen und Meditieren" lädt Irma Hartmann-Krause die Gäste des Restaurants "Kühn's Mühle" in Oestrich ein. In den hellen Räumen präsentiert die Wiesbadener Künstlerin ihre Aquarelle, die Landschaften, Stilleben und Blumen zeigen. Dabei schwankt die Bildthematik zwischen strahlenden Sonnenblumen und dunklen Gewitterstürmen. "Lassen Sie sich in Ihrer Fantasie in verträumt realistische Landschaften entführen", animiert die Künstlerin die Gäste in der Speisekarte. Dass eine "verträumte Realität" nicht immer ein verrückter Widerspruch sein muss, sondern auch ein spannender Stimmungsmix sein kann, belegen diese Werke. Die Aquarelle spielen mit fantastischen und realen Elementen. Zusammen ergibt dies eine gelungene Mischung, die den Betrachter mit anderen Augen auf die Welt schauen lässt. So erinnert das Ölgemälde von Kloster Eberbach an eine verspielte Illustration eines Märchenbuchs. Idyllisch gebettet in Reben, Wald und Weiden scheint das Schloss Vollrads in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. Das Werk versprüht Harmonie, Romantik und Natur. "Der Rheingau musste einfach in meiner Ausstellung vertreten sein, wenn auch die Werke schon etwas älter sind." Mit Aufgabe der Berufstätigkeit vor 15 Jahren begann Hartmann-Krause mit der Malerei. Inspiriert durch ihren zweiten Ehemann, ein künstlerisch engagierter Architekt, den sie etwa zur gleichen Zeit kennenlernte. Ihr Ehemann Walter hatte bereits sein Herz Kunst-Licht an die Aquarellmalerei verloren. Nun führte er seine Frau an die künstlerische Betätigung heran. "Nach dem Berufsleben gibt mir meine Hobby Malen einen neuen Lebensinhalt", sagt die Künstlerin. Seit vielen Jahren widmet sich Hartmann-Krause der Fotografie. "Ich habe einen Blick für Motive", beschreibt sie ihre Passion. Dennoch möchte sie die Fotografie nicht weiter vertiefen. Ihr künstlerischer Weg wird auch in Zukunft von der Aquarellmalerei gepflastert sein. "Man tastet sich durch die Techniken", erklärt sie im Hinblick auf die vertretenen Rheingauer Ölgemälde. "Ich bin allem Neuen aufgeschlossen", sagt die Künstlerin, die sich gerne von großen und regionalen Kunstschaffenden auf Ausstellungen inspirieren lässt. "Ich bin sehr experimentierfreudig", möchte sie vom Realistischen zum Abstrakten finden. "Ich male zwar noch nicht abstrakt, aber ich versuche besonders in der Farbwirkung zu abstrahieren." "Wirbelwind" ist eines ihrer Werke betitelt. Dunkle Wellen schlagen aus dem Himmel, die in einem heftigen Strudel mit warmer Luft zusammenstoßen und die Bäume zu entwurzeln drohen. Ein weiteres Aquarell zeigt einen mystischen Pfad, der an einer Baumallee entlang in ein helles, warmes Licht zu führen scheint. "Wohin geht der Weg?", fragt sich der Betrachter still und wird sicher seine eigene Antwort finden. "Gewitterstimmung" herrscht ein paar Wände weiter. Auf dem harmlosen weißen Blatt Papier braut sich ein Unwetter zusammen. Das kleine Dorf am Ufer des Flusses scheint den Naturgewalten wehrlos ausgeliefert. Man kann die Blitze zischen, die Äste peitschen und den Donner grollend den Flusslauf empor kriechen hören. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Restaurants "Kühn's Mühle", dienstags bis samstags ab 17 Uhr zu sehen. "In unseren Gasträumen trifft man nicht nur nette Menschen, sondern kann sich zudem an den wechselnden Ausstellungen regionaler Künstler erfreuen", so Familie Kühn.

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