Bericht - Elvis in der Seilbahngondel


Das Niederwalddenkmal in Rüdesheim wird zum vierten Mal Schauplatz einer Unesco-Welterbe-Feier. Bevor als abschließender Höhepunkt am Samstag, 22. Juli, ein "Feuerwerk der Sinne" den Nachthimmel erleuchtet, lädt am Freitagabend, 21. Juli, erstmals eine "kinoSommer-Nacht" zum Besuch des beliebten Ausflugsziels ein. Ab 20.30 Uhr ist beim "Kino unterm Sternenzelt" die bewegende Geschichte der "Comedian Harmonists" zu sehen, zuvor musikalisch ergänzt durch ein A-Cappella-Konzert der Marburger Gruppe "Stimm-Zoo". Als spannende Zugabe sind außerdem Ausschnitte aus dem Film "Cafe Europa" von 1959 zu sehen, mit dem singenden Elvis Presley auf der Seilbahn zum Niederwalddenkmal. Elvis Presley spielt einen GI in der Bundesrepublik, der zusammen mit seinen Kumpanen deutsche Mädels betören will, insbesondere eine Tänzerin vom "Café Europa". Gerockt wird in dem Film nur sehr zurückhaltend. Dafür gibt Elvis viel deutsches Liedgut zum besten. Und fährt dabei auch, was kaum einer weiß, mit seiner Angebeteten via Rüdesheimer Seilbahn auf den Niederwald rauf. Am Samstag und Sonntag, 22. und 23. Juli, wird die Basilika von Kloster Eberbach zur Kino-Spielstätte. Hier, wo sich einst die Mönche zum Gebet versammelten, ist am Samstag der erfolgreiche Dokumentarfilm "Die große Stille" zu sehen. Philip Grönings Film - der erste, der je in einem Kartäuserkloster gedreht wurde - widmet sich kommentarlos dem Alltag der Mönche im französischen "Grande Chartreuse", dem Mutterkloster des Schweigeordens. Den Auftakt bildet ein Filmgespräch um 21. Uhr. "Film ab!" heißt es dann gegen 21.45 Uhr. Am Sonntag, 23. Juli, folgt "Der Name der Rose". Kloster Eberbach war Drehort für sämtliche Innenaufnahmen des Films, in dem Hollywood-Legende Sean Connery die Rolle des klugen Aufklärers einer Reihe mysteriöser Mordfälle in einer italienischen Abtei spielt. Die Basilika ist nicht nur der beeindruckende Vorführort des Films: das Publikum sitzt im wahrsten Sinne mitten im Geschehen, der Raum ist Teil der Inszenierung, zu deren Originalität auch das hallige Kirchenecho beiträgt. An beiden Abenden werden ab 19 Uhr Klosterführungen angeboten und natürlich gibt es Gelegenheit, den im Klostergarten angebauten Wein zu kosten. Für den "kinoSommer" kehrt er in seine Heimat zurück: Volker Schlöndorff, einer der renommiertesten deutschen Filmregisseure, ist, wie er selber sagt, hessisches Urgestein. Er wurde in Wiesbaden geboren und wuchs in Schlangenbad auf. In den 70er Jahren war er maßgeblich beteiligt am Neuaufbruch des deutschen Films, der bald auch international wieder auf große Beachtung und Anerkennung stieß. Für "Die Blechtrommel" erhielt Schlöndorff denOscar. Am Freitag, 28. Juli, ist um 22 Uhr im Kurpark Schlangenbads die in Mittelhessen spielende Geschichte um den "plötzlichen Reichtum der armen Leute vom Kombach" zu sehen - einer seiner frühen Filme. Begleitet wird die Vorführung von einem Filmgespräch mit Volker Schlöndorff, in dem es um seine filmische Arbeit und die Entwicklung des deutschen Films gehen wird. Jazzmusik von "Jill Gaylord und Band" gibt es zur Eröffnung des Abends ab 19.30 Uhr. Mit ihrer dreieinhalb Oktavenstimme hat sich Gaylord als äußerst vielseitige Lead- und Backgound-Vokalistin international einen Nahmen gemacht. Infos und Vorverkauf unter Telefon (06722) 19433 (für den Spielort Rüdesheim); (06723) 9178100 oder (06123) 90980 (für den Spielort Kloster Eberbach); (06129) 4850 (für den Spielort Schlangenbad). Infos zu allen Veranstaltungen im Film- und Kinobüro Hessen, Telefon (069) 13379618.

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