151 Urkunden für bestandene Examen an der Fachhochschule (FH) Wiesbaden mit der Option auf beste berufliche Chancen gab es bei der Graduiertenfeier für Diplom-Betriebswirte und Bachelor of Business Administration im Kloster Eberbach.
Dem Anlass entsprechend sommerlich-elegant gekleidet, strömten Mittzwanziger mit Eltern und Partnern ins Laiendormitorium, um dort den Lohn für die von Erfolg gekrönte Mühsal entgegen zu nehmen und sich nach der kurzweiligen Feier zum zwanglosen "Get together" zusammen zu finden. Das Kloster mit seiner bewegten Historie biete sich bestens an, um stilvoll zu feiern, meinte Fachhochschulpräsident Clemens Klockner und lobte das "sehr gute Examen": "Bei Diplom und Bachelor sind wir im Ranking ganz oben."
Haben auch Graduiertenfeiern in Eberbach Tradition, so war diese doch für Wirtschafts-Diplomanden die letzte ihrer Art, ein Auslaufmodell aufgrund der Umstellung auf "Bachelor" und "Master". "Vor fünf Jahren hatten wir darüber diskutiert, dass der Bachelor-Grad hier relativ unbekannt ist. Jetzt hat er bei Unternehmen eine gute Reputation", sagte der Dekan des Fachbereichs Wirtschaft, Jakob Weinberg. Diplomiert wurden 60 Betriebswirtschaftler, 40 im Studiengang International Business Administration, 27 im Versicherungsmanagement, dazu 24 im Bachelor-Studiengang. Jedenfalls hätten die Wirtschaftsabsolventen der FH Wiesbaden beste berufliche Aussichten, 75 Prozent zwei Monate später einen Job angenommen.
Um den müssen sich wohl auch die keine Sorgen machen, die diesmal am besten abgeschnitten haben, mit Noten zwischen 1,1 und 1,5. Melanie Langenbacher (Herbolzheim) hat sich in der Betriebswirtschaft mit der "Entwicklung einer Marketingkonzeption für den neuen Studiengang Master of Arts in Sales and Marketing" befasst, Neil Edward Wood (Basildon, England) im Bereich International Business Administration mit "Entwicklung globaler Einkommensverteilung". Im Studiengang Versicherungsmanagement und Financial Services hat Jens Zellmann (Nastätten) den "Aufbau eines Kennzahlensystems für das Schadenscontrolling eines Kompositenversicherers" am Beispiel der R + V Versicherung dargelegt und Elena Kotschkina (Moskau) im Studiengang Bachelor das "Risikomanagement im Rahmen des Controlling einer Fahrzeugbaureihe" am Beispiel der Porsche-AG.
Was einer tun soll, um beruflich erfolgreich zu sein, müsste einem frisch gebackenen Absolventen an dieser Stelle gesagt werden - und das wurde es beim Festvortrag auch. Von einem, der vor zehn Jahren selber sein Examen an der FH Wiesbaden abgelegt hat, in dieser Zeit eine Idee zur Marktreife entwickelt und sie mit mittlerweile über einhundert Mitarbeitern in Europa, Indien und China umsetzt: Christoph Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender der von ihm gegründeten Clarity AG in Bad Homburg, Branche Telefon- und Sprachsoftware. Unternehmerische Tugenden sind es für den jungen Geschäftsmann, die über den Erfolg entscheiden, den wirtschaftlichen wie den im Leben überhaupt. "So schwer ist das nicht", war seine Überzeugung. "Ich habe vier, fünf Jahre 80 Stunden pro Woche ohne Urlaub gearbeitet, dann war es so weit. "Es muss in einem brennen, Verlangen da sein, man muss daran glauben, sein Ziel zu erreichen, sich negativen Einflüssen verschließen, die Zukunft als positiv wahrnehmen, sich seinen eigenen Film drehen. Fachkenntnisse sind wichtig, Phantasie, Strategie, Planung. Statusängste (wegen des möglichen Misserfolgs) dürfen nicht vorhanden sein, negative Gedanken müssen in positive umgesetzt werden." Starke Worte, die glaubhaft vorgelebt wurden. "Andere laufen Triathlon", sagt er. "Das gleiche Gefühl gibt es auch als Unternehmer. Entdecken Sie, wozu Sie berufen sind!"
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