Familien-, wirtschafts- oder umweltfreundlich - Wege der Verkehrsentwicklung, zwischen denen der Landkreis zu entscheiden hat. Auf das Jahr 2015 richtet sich die Planung, die von weniger Bevölkerung, aber mehr Alten und mehr Verkehr ausgeht.Der Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt befasst sich mit dem "integrierten Verkehrskonzept", das das Zentrum für integrierte Verkehrssysteme vorgelegt hat. Es versucht, die Entwicklung durch Untersuchung der komplizierten Wechselwirkungen in den Griff zu bekommen.
Die Entwicklung bis zum Jahr 2015 soll mit einem Bündel von Maßnahmen gesteuert werden. Das Zentrum für integrierte Verkehrssysteme stellt die Abgeordneten vor eine Wahl, die jeweils unterschiedliche Maßnahmenbünden zur Folge hat: Sie entscheiden, ob sie den Schwerpunkt auf eine "Familienfreundliche Entwicklung" legen, auf "Vorfahrt für die Wirtschaft" oder auf "Sanften Tourismus". Jede der drei Varianten erfordert unterschiedliche Vorgaben für Verkehr und Bauen, die auch in die Entscheidungen der 17 Kommunen eingreifen.
Bevölkerung nimmt abAlle Prognosen über die Bevölkerungsentwicklung stimmen darin überein: Die Bevölkerung nimmt bis 2015 ab - im Rheingau um 2,5 Prozent, im östlichen Untertaunus um 1,4 Prozent. Eine geringe Zunahme im westlichen Untertaunus um 0,7 Prozent gleicht einen Bevölkerungsverlust von gut einem Prozent unter dem Strich nicht aus. Der Verkehr nimmt aber zu, zumal mehr Frauen und Alte Auto fahren werden: Ein Verkehrszuwachs bis 2015 von gut sechs Prozent im Rheingau-Taunus verteilt sich auf ein Plus von mehr als acht Prozent im Untertaunus und 1,7 Prozent im Rheingau.
Für die Bundesstraße 42 durch den Rheingau sagen die Experten voraus: am Ausbauende der A 66 zwischen Schierstein und Walluf wächst der Verkehr in d bis 2015 um 11600 Fahrzeuge täglich, in Mittelheim noch um 4 000, zwischen Rüdesheim und Lorch um 2 500 Fahrzeuge. Auf der Hauptverkehrsachse des Rheingaus herrscht zwischen den Abfahrten Martinsthal und Kiedrich mit 37 300 Fahrzeugen am Tag jetzt schon der meiste Verkehr im gesamten Landkreis - wenn man einmal von der Autobahn bei Idstein absieht.
Auf der B 54 im Aartal wird der Verkehr im Bereich der Magistrale Taunusstein um 19 Prozent auf täglich 23 800 Fahrzeuge wachsen, auf der Bäderstraße um 24 Prozent auf 22 800, auf der Platte (B 417) auf 25700 Fahrzeuge.
Politischer Wille zählt Damit die Verantwortlichen im Kreisausschuss und Kreistag wissen, was auf den Landkreis zukommt, haben die Planer den Straßenbau bis 2015 zusammengestellt, der feststeht: vor allem Umgehungen in Wambach (mit Auswirkung besonders auf Martinsthal), Eschenhahn, Niederseelbach und Hahn.
"Disponibel", also durch den politischen Willen noch zu beeinflussen, sind im Rheingau an der Bundesstraße 42 der "Bau von Kreisverkehrsanlagen mit Flyover" (Betonwannen, Rampen und darüber Kreisel): in Geisenheim, am Schloß Reichartshausen (EBS), an der Mittelheimer Fähre, zwischen Hattenheim und Erbach, eine Rheinbrücke Rüdesheim-Bingen oder Geisenheim-Bingen, Umgehungsstraßen in Martinsthal und Kiedrich, sowie die Umgehungen in Hettenhain, Wehen und Bleidenstadt, in Wörsdorf und in Esch.
Die drei Varianten, zwischen denen der Landkreis sich jetzt bald entscheiden soll, sind "bewusst überspitzt", wie die Experten vom Zentrum für integrierte Verkehrssysteme, erklären.
"Familienfreundliche Entwicklung", "Vorfahrt für die Wirtschaft" und "Sanfter Tourismus" sollen aber klar machen, in welche der Richtung der politische Wille sich bewegen kann.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de