Bericht - Janina trägt Hattenheimer Weinkrone


Schuld daran waren die Fußballweltmeisterschaft und eine schlaue Idee vom Burg- und Verschönerungsverein: Blieben vor zwei Jahren die Besucher der Eröffnung fern, um daheim Fußball zu gucken, lockte diesmal die Liveübertragung des Eröffnungsspiels gerade Fußballfans schon am Freitagnachmittag in die Burg. Die feierten den Sieg Deutschlands gegen Costa Rica dann mit weniger Fußballinteressierten gleich beim traditionellen "Radau im Bau" mit der "28-String-Band" ausgelassen und ausgiebig. Erst gegen 5.30 Uhr morgens verließen die Letzten den Bau. Weniger wild ging es in der auch am Wochenende ständig gut bis überfüllten Burg zu. "Die Atmosphäre", "die nette Stimmung", "die schöne Mischung aus jungen und älteren Leuten", "die Musik" und natürlich "der Wein" - ganz unterschiedliche Gründe hatten viele Hattenheimer und die von jenseits der Rheingauer Grenzen angereisten Gäste, warum sie das Fest besuchten. Neulinge wie ein Oestricher Ehepaar konnten nur bestätigen: "Hier fühlt man sich gleich richtig wohl." So bunt wie die Gäste war ihr Geschmack. Favoriten unter den 40 Weinen und drei Sekten konnten die 50 Helfer nicht ausmachen: "Die Leute trinken kreuz und quer." Den bunten Programmreigen, der mit unterschiedlichster Livemusik, Tanz, Frühschoppen und Spielnachmittag samt Luftballonwettbewerb für jedes Alter etwas bot, startete offiziell die festliche Eröffnung mit einem besonderen Höhepunkt: der Doppelkrönung von Weinprinzessin Janina Kirsch zur Königin und Michaela Gerhard zur Weinprinzessin. 23 Weinmajestäten aus dem Rheingau, Hochheim und Wiesbaden waren aber vor allem gekommen, um Physikstudentin Jennifer Wenzl nach zwei Jahren als Hattenheimer Prinzessin und vier als Königin zu verabschieden. Das zelebrierten sie mit so viel Tränen und Beteuerungen, wie "traurig", "furchtbar" und "sauschlimm" der Verlust Jennifers für ihre "Wochenendfamilie" sei, dass die Bewunderung der Gäste in Heiterkeitsstürme umschlug. "Die tun ja so, als ob´s Mädel aus der Welt ist, wenn´s die Krone ablegt", wunderte sich ein älterer Herr. Jennifer dankte vor allem Eltern und Schwester für die Unterstützung und erzählte von Fahrten nach Berlin und Brüssel. "Aber am meisten Spaß hatte ich bei den Weinfesten im Rheingau." Dann folgte der große Moment. Wie 2004 setzten Jennifer und die Rheingauer Weinkönigin Cornelia Schlepper Janina gemeinsam die Krone aufs Haar. Sie "hätte nie gedacht, dass mir das Amt so viel Spaß machen würde", verriet die Zwölftklässlerin der St.-Ursula-Schule. Mit Cornelia krönte sie ihre Schulkameradin Michaela zur Prinzessin. Die 16-Jährige, die die 10. Klasse besucht, treibt viel Sport und liest gern. Ihr dankten Bürgermeister Bernhard Hoffmann und Landrat Burkhard Albers für ihre "hervorragende Arbeit" und "charmante" Repräsentation". Albers betonte, dass ehrenamtliche Engagement der Weinmajestäten "ein fantastisches Marketing für unsere Region" bedeute.

Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de