Franz-Werner Michel, Inhaber des Domdechant Werner´schen Weingutes in Hochheim, bestätigte gestern, dass sein derzeit noch in Mönchengladbach lebender Schwiegersohn Conrad Mauritz den Zuschlag für die Gebäude der Staatsdomäne Hochheim - im wesentlichen das so genannte Schlösschen - erhalten hat. Eigentumsübergang sei am 1. Juni. Vor diesem Tag wolle er noch nichts zu den Plänen sagen, die die Familie mit der Staatsdomäne hat. Ein Teil der Domänen-Gebäude ist freilich noch vermietet.
Michels Weingut gehört zu den großen in Hochheim. Er selbst war früher Geschäftsführer des Deutschen Weininstitutes, wo auch Dieter Greiner gearbeitet hatte, bevor er Geschäftsführer der Staatsweingüter wurde. Michel hat sich zuletzt immer wieder positiv über die von den Staatsweingütern geplante Weinkellerei im Steinberg geäußert. 15 Millionen Euro muss das Unternehmen dafür investieren, dessen Aufsichtsratsvorsitzender der hessische Ministerpräsident Roland Koch ist.
Die Hälfte der für die Kellerei benötigten Investitionssumme soll mit dem Verkauf einer ganzen Reihe von Immobilien finanziert werden, die Eigentum des Landes sind und von den Staatsweingütern genutzt werden. Der Verkauf der Hochheimer Liegenschaft ist ein erstes Indiz dafür, dass diese Rechnung aufgehen könnte: Zwar wollte sich das Finanzministerium nicht zum Kaufpreis äußern, der aber soll dem Vernehmen nach über den Erwartungen des hessischen Immobilenmanagements liegen, die das Geschäft eingefädelt hatte.
"Sehr zufrieden" mit dem Verkauf der Domänen-Gebäude an Familie Michel ist Hochheims Bürgermeisterin Angelika Munck. Der Bereich, in dem die Domänen-Gebäude stehen, sei städtebaulich sensibel. "Da kann man nicht alles machen." Ihr war es wichtig, dass die Liegenschaft nicht von einem Investor gekauft wird, dessen Ziel es sei, aus den Gebäuden ein möglichst rentables Projekt zu machen. Sie gehe davon aus, der die Familie Michel "mit Liebe" an den Umbau gehe.
Um den Bau der Weinkellerei zu finanzieren, sollen nun noch die Staatsdomäne in Rüdesheim sowie Gebäude in Hattenheim und Eltville verkauft werden. Die Liegenschaften werden bereits auf den Internet-Seiten der Hessischen Immobilienmanagement angeboten. Parallel dazu bereiten die Staatsweingüter mit Nachdruck den Bau der Weinkellerei vor, obwohl die Stadt Eltville vor Gericht dagegen klagt. Vergeben ist mittlerweile der Auftrag für die Rohbauarbeiten, mit denen die Staatsweingüter in wenigen Wochen beginnen wollen.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de